Zwei Wunderkinder, zwei Streichquartette und eine Walpurgisnacht: Werke von Mozart und Mendelssohn hatten das Casals-Quartett und das Van-Kuijk-Quartett zu ihrem Konzert mitgebracht.

Casals-Quartett
Van-Kuijk-Quartett

Mozart: Streichquartett d-Moll KV 421
Mendelssohn: Streichoktett Es-Dur op. 20

(Aufnahme vom 3. Oktober 2021 aus dem Flagey in Brüssel)

Cuarteto Casals

Mozarts d-Moll-Quartett gehört zu einem sechsteiligen Zyklus, in dem er seinem väterlichen Freund Haydn ein klingendes Denkmal setzen will. Das d-Moll-Quartett wird im doppelten Sinn zur "schweren Geburt" - denn Mozart tut sich mit der Gattung zunächst schwer und komponiert das Werk offenbar 1783 in demselben Zimmer, in dem seine Frau Constanze gerade ihr erstes Kind bekommt.

Ein Denkmal setzen will auch Felix Mendelssohn in seinem Oktett. Posthum widmet er es seinem Geigenlehrer, dem Berliner Virtuosen Eduard Rietz, der 1832 im Alter von nur 29 Jahren verstorben war. Komponiert hat Mendelssohn das Werk allerdings schon sieben Jahre zuvor, mit gerade mal 16 Jahren - für die Sonntagsmusiken, die er gemeinsam mit seiner Schwester Fanny regelmäßig im Gartensaal seines Elternhauses organisierte. Sein Oktett ist eine doppelte Hommàge - denn als Inspirationsquelle für den Scherzo-Satz dienen ihm Verse aus der "Walpurgisnachtszene" in Goethes "Faust".

Anschließend:
Schumann: Szenen aus Goethes "Faust", Teil 2 (Christian Gerhaher / Ruth Ziesak / Liang Li / Cäcilienchor Frankfurt / Figuralchor Frankfurt / Frankfurter Kantorei / Frankfurter Singakademie / Limburger Domsingknaben/ Frankfurter Opern- und Museumsorchester / Sebastian Weigle)
Bach: 6. Suite für Violoncello solo D-Dur BWV 1012 (Pieter Wispelwey)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 04.04.2022, 20:04 Uhr.