Seit 1992 finden im niederösterreichischen Stift Melk die "Internationalen Barocktage" statt. Mit ihren üppig verzierten Barocksälen und -kirchen bietet die Benediktiner-Abtei ein perfektes Ambiente für die "Who’s Who" der Barockmusik-Szene. Darunter auch das italienische Zefiro Ensemble, das ein Programm von Heinichen bis Zelenka bot.

Cecilia Bernardini, Violine
Miguel Rincón, Laute
Emiliano Rodolfi, Oboe
Zefiro Ensemble
Alfredo Bernardini, Oboe und Leitung

Veracini: 6. Ouvertürensuite g-Moll "Dresdner"
Pisendel: Violinkonzert D-Dur
Lotti: Ouvertüre zur Oper "Ascanio"
Vivaldi: Lautenkonzert D-Dur RV 93
Heinichen: Konzert für zwei Oboen e-Moll
Zelenka: Ouvertüren-Suite F-Dur ZWV 188

(Aufnahme vom 1. Oktober 2021 aus dem Kolomanisaal von Stift Melk)

Das Zefiro Ensemble, das sich auf ein Konzertrepertoire mit Bläser-Solisten spezialisiert hat, hatte für sein Konzert eine Art "Dresden-Italien Connection"-Programm vorbereitet - und lauter Werke von Barockkomponisten mitgebracht, die zeitweilig am kurfürstlichen Hofe von Dresden gewirkt haben. Denn Kurprinz Friedrich August hatte bei einem Aufenthalt in Italien sowohl die Komponisten Antonio Lotti, als auch den Italien-Reisenden Johann David Heinichen und Francesco Maria Veracini an den Dresdner Hof engagiert.

Hier wirkten auch der böhmische Komponist Jan Dismas Zelenka und Johann Georg Pisendel, der ein Schüler von Heinichen war - aber auch ein Jahr lang bei Antonio Vivaldi in Venedig studiert hat. Das Verhältnis zwischen Heinichen und Veracini soll übrigens nicht immer harmonisch gewesen sein: Bei einem Streit mit dem Komponisten-Kollegen soll Veracini schließlich wütend aus dem Fenster gesprungen sein - weswegen er seitdem hinkte.

Anschließend:
Fanny Mendelssohn: Das Jahr (Lauma Skride, Klavier)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 21.03.2022, 20:04 Uhr.