Einen bunten barocken Stilmix boten die Sopranistin Florie Valiquette und "Les Talens Lyriques" beim Festival für Alte Musik in Stockholm. Dabei schlugen sie einen musikalischen Bogen von dem Franzosen Jean-Marie Leclair zu dem Deutschen Johann Sebastian Bach.

Florie Valiquette, Sopran
Les Talens Lyriques
Leitung: Christophe Rousset

Leclair: Deuxième Récréation de musique, op. 8
Pergolesi: "Orfeo" - Kantate für Sopran, Streicher und B.c. ("Nel chiuso centro")
Couperin: Sonade aus "L'Impériale, troisième ordre des Nations"
Campra: "La farfalla intorno ai fiori" aus "Les fêtes vénitiennes"
Campra: "El esperar en amor" aus "L'Europe galante"
Couperin: Passacaille aus "L'Espagnole, deuxième ordre des Nations"
Bach: Kantate "Non sa che sia dolore" BWV 209

(Aufnahme vom 1. Juni aus der Deutschen Kirche)

Was haben die Barockkomponisten Leclair, Pergolesi, Couperin, Campra und Bach gemein? Sie alle verstanden es hervorragend, das vielfältige europäische Musikvokabular unbekümmert zu vermischen - und in ihre eigene Musiksprache zu integrieren. Und so trifft deutscher Kontrapunkt auf melodiöse italienische Leichtfüßigkeit und spanische Noblesse in den Orchesterwerken, Sonaten und Kantaten der Komponisten.

Das französische Ensemble "Les Talens Lyriques" ist seit 1991 ein exzellentes Sprachrohr für die Vielsprachigkeit der Barock-Komponisten - und fand beim Festival für Alte Musik in Stockholm in der Sopranistin Florie Valiquette eine stilsichere Partnerin im Geiste. Sie hatte auch eine Rarität mitgebracht: Eine von Bachs weltlichen, italienischen Kantaten.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 31.10.2022, 20:04 Uhr.