Der Schwede Wilhelm Stenhammar ist weltweit eher ein Schattengewächs in den Konzertsälen - der Schwede Herbert Blomstedt will das ändern und führte ein Klavierkonzert seines Landsmanns im Konzert in München auf.

Martin Sturfält, Klavier
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Herbert Blomstedt

Stenhammar: 2. Klavierkonzert d-Moll op. 23
Beethoven: 3. Sinfonie Es-Dur op. 55 "Eroica"

(Aufnahme vom 10. Dezember 2021 aus dem Herkules-Saal München)

Vor gut 150 Jahren wurde er geboren: Carl Wilhelm Eugen Stenhammar stammt aus einer schwedischen Musikerfamilie und ging vorzeitig von der Schule ab, um sich ganz der Musik zu verschreiben. Er nahm Kompositionsunterricht bei dem "Wagnerianer" Andreas Hallén, studierte am Königlichen Konservatorium in Stockholm Orgel, dann Klavier in Berlin. Er komponierte unzählige Lieder, Chorwerke mit und ohne Orchester, Klavierstücke. Und zwei Klavier-Konzerte - darunter das in d-Moll, das 1907 entstand.

Bei der Uraufführung saß er allerdings nicht selbst am Flügel - sondern schwang stattdessen den Dirigierstab. So gesehen tritt Herbert Blomstedt nun in Stenhammars Fußstapfen. Das schwedische Urgestein der Dirigenten-Szene gilt als großmütig, charmant, äußerst bescheiden - und wird für seine tiefgründigen, erfahrungsreichen Interpretationen gerühmt. Seine Expertise stellt er hier auch einmal mehr in Beethovens "Eroica" unter Beweis.

Anschließend:
Bach: Kantate BWV 5 "Wo soll ich fliehen hin" (Sibylla Rubens, Sopran / Annette Markert, Alt / Christoph Prégardien, Tenor / Klaus Mertens, Bass / Amsterdam Baroque Choir und Orchestra / Ton Koopman)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 10.04.2022, 20:04 Uhr.