Norwegen ist ein Land und keine Musik. So klar diese Unterscheidung ist, so vielseitig sind die Weisen, sie für Streichquartett zu gestalten. Das isenburg Quartett spielt Werke aus jüngerer Zeit, die sich musikalisch in Nähe und Distanz zur Gegenwart und Geschichte Norwegens begeben.

Am Mikrofon: Jim Igor Kallenberg

isenburg Quartett:
Jagdish Mistry, Diego Ramos Rodríguez, Laura Hovenstadt, Michael M. Kasper

Lars Petter Hagen (*1979): 3 Transfigurations for String Quartet (2017)
Diego Ramos Rodríguez (*1989): Yoik on Wax (2020, UA)
Maja Solveig Kjelstrup Ratkje (*1973): Tale of Lead and Light (2011)
Ludwig van Beethoven (1770-1827): 7. Streichquartett op. 59 Nr. 1, I. Allegro (1806)

(Aufnahme vom 22. Januar 2020)

Das isenburg Quartett greift für sein Konzert am 22. Januar 2020 im Frankfurter Museum Angewandte Kunst den Ausstellungstitel musikalisch auf: "House of Norway". Die vier Streicher aus dem Umfeld des Frankfurter Ensemble Modern interpretieren Werke, die das Sujet Norwegen im Klang des Streichquartetts manifestieren. Die Komponistin Maja Solveig Kjelstrup Ratkje (*1973) und ihr Kollege Lars Petter Hagen (*1979) stammen aus dem skandinavischen Land. Hagens kurze Studie transformiert Klangideen aus Richard Strauss‘ Metamorphosen für 23 Streicher (1945) in eine eigene Perspektive. Und Ratkjes Tale of Lead and Light stellt der finsteren Gegenwart Norwegens nach den 2011-Attentaten des Rechtsradikalen Breivik ein Licht aus der Geschichte der Musik entgegen. Die Matrix des Stücks speist sich aus Beethovens Streichquartett Nr. 7. Der spanische Komponist und Geiger Diego Ramos Rodríguez (*1989), selbst Mitglied im isenburg Quartett, übersetzt in "Yoik on Wax" ins Idiom eines Streichquartetts gutturale Gesänge des nordischen Sámi-Volkes: Wörter werden Musik und Tradition Gegenwart.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 18.06.2020, 20:04 Uhr.

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