Waves of Iceland - In einem mehrteiligen Schwerpunkt mit diesem Titel stellt das hr-Sinfonieorchester die Musikkultur Islands vor. Zwischen aktiven Vulkanen und uraltem Gletschereis, zwischen Meer und Lava hat sich dort eine eigenständige, originelle Musikszene entwickelt - offen für vielfältige musikalische Einflüsse wie die Eindrücke der sie umgebenden Natur.

Ida Falk Winland, Sopran
Víkingur Ólafsson. Klavier
Leitung: Alain Altinoglu

Anna Thorvaldsdóttir: Dreaming
Daníel Bjarnason: Neues Werk (Auftragswerk des hr, Los Angeles Philharmonic und Iceland Symphony Orchestra - Uraufführung)
Respighi: Fontane di Roma
Grieg: Peer Gynt - Schauspielmusik (Auszüge)

(Aufnahme vom 11. Februar aus dem Großen Saal)

Mit Chefdirigent Alain Altinoglu und dem aktuellen "Artist in Residence" Víkingur Ólafsson werden in diesem Konzert dabei zwei faszinierende isländische Werke sowie ein Klassiker der nordischen Musik präsentiert: von der 1977 geborenen isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdóttir das Orchesterwerk "Dreaming", von ihrem zwei Jahre jüngeren Kollegen Daníel Bjarnason ein neues Klavierkonzert in Uraufführung.

Und nordisch geht es auch weiter: Was den Deutschen der Faust, ist den Norwegern Peer Gynt: eine nationale Identifikationsfigur, wahrlich kein Held, vielmehr eine gespaltene Persönlichkeit. Goldgräber, Pelzjäger, Lügenerzähler, Großmaul, falscher Prophet war er und ein geschickter Taktierer - so jedenfalls hat ihn der Dichter Henrik Ibsen gezeichnet. Und Norwegens populärster Komponist Edvard Grieg hat diesen Stoff - "den unmusikalischsten von allen", wie er beklagte - in eine Schauspielmusik voller Farben, Lokalkolorite und Stimmungen verwandelt, mit so plastischen Nummern wie "In der Halle des Bergkönigs", "Morgenstimmung" und "Solveigs Lied".

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 22.02.2022, 20:04 Uhr.