Schönberg gehöre in eine Irrenanstalt und Notenpapier dabei unbedingt außerhalb seiner Reichweite – das forderte ein Kritiker nach der Uraufführung der Tondichtung "Pelleas und Melisande". Man schrieb das Jahr 1905, in der Wiener Musikwelt wurde groß gedacht. Und groß ist es, dieses monumental besetzte Orchesterstück des noch deutlich spätromantisch befeuerten Arnold Schönberg: üppig polyphon, komplex und farbig.

Emanuel Ax, Klavier
Leitung: David Afkham

Berg: Drei Orchesterstücke op. 6
Mozart: Klavierkonzert d-Moll KV 466
Schönberg: Pelleas und Melisande

(Übertragung aus dem Großen Saal; auch in 5.1 Surround)

Dass "Pelleas und Melisande" gebaut ist wie eine Sinfonie, fand später Alban Berg heraus – der seinem Lehrer Schönberg die drei Orchesterstücke des Opus 6 zum 40. Geburtstag schenkte. Auch 120 Jahre vor "Pelleas" dachte ein Wiener groß und dramatisch: Wolfgang Amadeus Mozart komponierte sein Klavierkonzert KV 466 im düsteren d-Moll, und das Publikum wendete sich entsetzt von ihm ab. Wo früher Galant-Spielerisches den Grundton bestimmte, herrscht hier eine Atmosphäre des Bösen, Abgründigen, eine "Don Giovanni"-Stimmung eben. Höllisch, kontrastreich und nicht minder extrem. Es ist ein Programm der harten Schnitte und Kontraste mit Musik, die aus einer Zeit des Umbruchs stammt. Vorgestellt wird sie vom Chefdirigenten des Orquesta Nacional de España und einem der großen Pianisten unserer Zeit.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal",13.12.2019, 20:04 Uhr

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