Der Don Juan, den Richard Strauss in seiner Tondichtung zeichnete, ist nicht mehr der potente Lebemann, sondern ein gealterter Erotomane, der seinem Ende mit Bitternis entgegensieht. Das Feuer ist erloschen, Eros verstummt, Leere tut sich auf. Um das Alter und die Unerbittlichkeit der verfließenden Zeit geht es auch im "Rosenkavalier", die Musik ist gesättigte Nostalgie - ein herrlicher Blick zurück auf Puderkopf und Walzerseligkeit.

Alisa Weilerstein, Violoncello
Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Haydn: Sinfonie Nr. 82 "L'ours / Der Bär"
Thomas Larcher: Ouroboros - für Violoncello und Orchester
R. Strauss: Don Juan op. 20
R. Strauss: Rosenkavalier-Suite

hr2-kultur überträgt aus dem Großen Saal der Alten Oper Frankfurt (auch in 5.1 Surround) - hier gelangen Sie zum Video-Livestream:

Aber ist die Zeit nicht eine Kugel, und kehrt nicht alles zurück? Das zumindest lässt sich aus dem mythologischen Bildsymbol des Ouroboros herauslesen, dieser Schlange, die in ihren eigenen Schwanz beißt als Zeichen der ewigen Wiederkehr. Thomas Larcher hat seinem 2015 entstandenen Werk für Cello und Orchester diesen Titel gegeben, nachdem er sich mit den Sinfonien von Johannes Brahms beschäftigt hatte, dem Meister der Motivmutation. Alles zirkuliert, alles vergeht und wird neu geboren.


Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 17.01.2020, 20:04 Uhr.

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