"Als ich hier anfing, und auch in den Jahren danach, bekam ich immer wieder zu hören, das Orchester wolle sein Repertoire erweitern, um sich in mehr Musikbereichen heimisch zu fühlen", so Simon Rattle. "Mein Job war es, dieses Repertoire aufzubauen und das Orchester in allen diesen Bereichen sicher werden zu lassen." Diese Aufgabe hat Simon Rattle nicht nur in seiner Zeit als Chefdirigent der Berliner übernommen, sondern setzt sie jetzt bei seiner Rückkehr fort.

Berliner Philharmoniker
Leitung: Simon Rattle

Roberto Gerhard: Ballettsuite "Don Quixote"
Roberto Gerhard: 3. Sinfonie "Collagen"
Antonín Dvořák: Scherzo capriccioso Des-Dur op. 66
Dvořák: Amerikanische Suite A-Dur op. 98b

(Übertragung aus der Philharmonie in Berlin)

Schon während seiner Zeit als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hat Simon Rattle regelmäßig Dvořák-Raritäten präsentiert. Jetzt folgt das zugleich tänzerische und dramatische "Scherzo capriccioso", das vom Orchester zuletzt 1933 aufgeführt wurde. Noch nie auf dem Programm stand dagegen die folkloristisch-farbenprächtige "Amerikanische Suite", deren Nähe zur Symphonie "Aus der Neuen Welt" unüberhörbar ist.

Eine weitere Novität ist die Musik des katalanischen Komponisten Roberto Gerhard: Der 1897 in Valls geborene Komponist wurde ein Schüler Arnold Schönbergs in Wien und folgte seinem Lehrer dann nach Berlin, wo Gerhard 1928 sein Studium abschloss. Vor dem Bürgerkrieg in Spanien floh Roberto Gerhard nach England, wo er 1970 in Cambridge gestorben ist. Das Exil machte es schwerer für Gerhard, mit seiner Musik wahrgenommen zu werden. In Gerhards Schaffen verschmelzen auf faszinierende Weise Avantgarde und spanische Klänge.

Anschließend, ab etwa 21:50 Uhr:
Ibert: Quatre chansons de Don Quichotte (Mikhail Timoshenko, Bassbariton / Elitsa Desseva, Klavier)
Turina: Danzas fantásticas op. 22 (hr-Sinfonieorchester / Salvador Mas Conde)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 13.05.2022, 20:04 Uhr.