Was passiert, wenn sich ein zeitgenössischer Komponist seinen eigenen Reim auf Vivaldis "Vier Jahreszeiten" macht? Der deutsch-britische Komponist Max Richter hat einen Versuch gestartet - und das "12 Ensemble" trug die "Vivaldi’schen Jahreszeiten à la Richter" im Londoner Kings Place vor.

Eloisa-Fleur Thom, Violine
12 Ensemble

Max Richter: Journey (CP1919)
Vivaldi/Max Richter: The Four Seasons Recomposed
Max Richter: On the Nature of Daylight

(Aufnahme vom 30. Oktober 2021 aus dem Kings Place London)

Als "Post-Klassiker" hat sich Max Richter 2004 mal im Zusammenhang mit seinem Kafka-Projekt "The Blue Notebooks" bezeichnet. Damals hat Max Richter mit der Schauspielerin Tilda Swinton zusammengearbeitet. Richter ist in Hameln geboren, aber in Großbritannien aufgewachsen - und auch musikalisch ein Weltenwanderer, der sich gern von japanischen Autoren inspirieren lässt, mit Choreographen zusammenarbeitet, Musik für Film und Fernsehen schreibt - oder auch mal in ungewöhnlichen Projekten wie "Sleep" achteinhalb Stunden lang buchstäblich für Nachtruhe sorgt.

Nun hat sich Max Richter den Klassiker von Antonio Vivaldi vorgenommen - und die "Vier Jahreszeiten" in Zusammenarbeit mit dem Londoner "12 Ensemble" auf seine Art neu umgesetzt: "Four Seasons: Recomposed" heißt das Projekt, aus dem auch ein Album entstanden ist. Ein Kritiker des "Guardian" hat es so umschrieben: "Teil des Hörvergnügens ist, dass die Ohren ausgetrickst werden von dem, was sie vom Original erinnern: Diese Ohrwürmer treiben unerwartete Dinge - was in einer Hörerfahrung mündet, die ebenso irritierend wie voller merkwürdiger Glücksmomente ist."

Anschließend:
Brahms: Klavierquintett f-Moll op. 34 (Christian Tetzlaff und Veronika Eberle, Violine / Hanna Weinmeister, Viola / Julian Steckel, Violoncello / Lars Vogt, Klavier)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 01.05.2022, 20:04 Uhr.