Eine Zarenbraut trifft auf einen russischen Zauderer und ein französisches Schattengewächs: Denn der Pianist Nikolai Lugansky und die Berliner Philharmoniker hatten neben Werken von Rimskij-Korsakow und Rachmaninow die eher selten zu hörende Sinfonie des Franzosen Ernest Chausson mitgebracht.

Nikolai Lugansky, Klavier
Berliner Philharmoniker
Leitung: Tugan Sokhiev

Rimskij-Korsakow: Ouvertüre zur Oper "Die Zarenbraut"
Rachmaninow: 1. Klavierkonzert fis-Moll op. 1
Chausson: Sinfonie B-Dur op. 20

(Aufnahme vom 25. September 2021 aus der Berliner Philharmonie)

Dass Rimskij-Korsakows Oper "Die Zarenbraut" eigentlich vor dem Hintergrund der Tyrannei Iwan des Schrecklichen spielt, hört man der im italienischen Belcanto schwelgenden Ouvertüre jedenfalls nicht an. Genauso wenig hört man aus Rachmaninows Erstem Klavierkonzert heraus, dass es eine offenbar schwere Kopfgeburt des erst 17-jährigen Komponisten war. Immer wieder hat er an seinem Opus 1 nach der Uraufführung 1892 herumgetüftelt - der Pianist Nikolai Lugansky hatte sich für seinen Auftritt in der Berliner Philharmonie die letzte Fassung von 1917 ausgesucht.

Die Berliner Philharmoniker spielten außerdem die einzige Sinfonie des Franzosen Ernest Chausson. Auch er hatte sich mit seiner 1891 uraufgeführten Komposition zunächst schwer getan - nicht umsonst bezeichnet der Chausson-Biograf Jean Gallois die Sinfonie als einen "ins Gesicht der Welt ausgestoßenen Schrei der Seele", einen "geistigen Kampf des Lichtes mit der Finsternis, der mit einer Art siegreichen, stärkenden Hymne endet".

Anschließend:
Rameau: Ballettmusik "Les Fêtes d'Hébé" (Les Arts Florissants / William Christie)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 16.01.2022, 20:04 Uhr.