Das Ensemble Modern begibt sich mit Werken von Francisco Coll, Olga Neuwirth und Georges Aperghis auf ungesichertes Terrain aus ständiger Veränderung, Traum und Trauma.

Holger Falk, Bariton
Hermann Kretzschmar, Piano
Ensemble Modern
Leitung: Pablo Rus Broseta

Francois Coll: Liquid Symmetries for fifteen players (2013)
Olga Neuwirth: locus…doublure…solus für Klavier und Ensemble (2001)
Georges Aperghis: Le Soldat inconnu für Bariton und Ensemble (2013)

(Aufnahme vom 26. September 2019 aus dem Mozart Saal)

Als "Liquid Modernity" beschrieb der 2017 verstorbene polnische Soziologe Zygmunt Bauman den Zustand unserer Gegenwart, in der traditionelle Verhaltensmuster, Ordnungsstrukturen und Lebensentwürfe ständig zur Disposition stehen. Im Programm des Ensemble Modern beim Musikfest "Eroica" in der Frankfurter Alten Oper am 26. September 2019 hallen solche Gedanken wider: Der spanische Komponist Francisco Coll (*1985) suchte für sein Stück "Liquid Symmetries" (2013) nach einer Klangsprache, in der sich genau diese permanente Instabilität ausdrückt.

Auch Olga Neuwirth (*1968) arbeitet in "locus … douplure … solus" (2001) für Soloklavier und Ensemble mit ständigen Brechungen stilistischer Elemente und schattenhaften Verzerrungen des Klavierklangs. Inspirieren ließ sie sich von dem Roman "Locus solus" des französischen Schriftstellers Raymond Roussel (1877-1933). Der Protagonist in Georges Aperghis’ Stück "Le Soldat inconnu" (Der unbekannte Soldat) für Bariton und Ensemble (2013) kämpft mit widersprüchlichen Emotionen und traumatischen Erlebnissen. Ausgehend von Worten Franz Kafkas über den Turmbau zu Babel, wirft Aperghis (*1945) einen Blick auf die europäische Geschichte und schafft eine Allegorie auf die Absurdität und Sinnlosigkeit des Krieges.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 28.11.2019, 20:04 Uhr

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