Das innerlich hörende Niederschreiben seiner Klangideen versteht der Berliner Komponist Erhard Grosskopf (*1934) als fortwährende Entwicklung. Das Ergebnis ist für ihn "Prozessmusik".

Am Mikrofon: Stefan Fricke


Looping I für fünf Spieler op. 15 (1973)
Ensemble Gentle Fire
(Aufnahme des Hessischen Rundfunks vom 23. April 1974 in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt)

Konzert für Orchester in 10 Gruppen op. 24 (1979/80)
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Enrique García Asensio
(Aufnahme der Uraufführung vom 17. Mai 1984 im hr-Sendesaal, Frankfurt)

Zwischen Himmel und Erde für Posaune und Tonband op. 25b (1981)
James Fulkerson, Posaune
(Studioaufnahme vom 13. November 1986 im Hessischen Rundfunk, Frankfurt)

Sinfonie "Zeit der Windstille" op. 40 (1988/89)
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Mathias Husmann
(Aufnahme der Uraufführung vom 5. November 1993 im Saal 1 von Sender Freies Berlin, heute rbb)

KlangWerk 11 op. 64 (2011)
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Lucas Vis
(Aufnahme der Uraufführung vom 26. April 2013 im hr-Sendesaal, Frankfurt)


Die Musik Erhard Grosskopfs changiert kontinuierlich in ihren Konstellationen, formt vagierende Loops. Aus den tönenden Schleifen entwickeln sich weitere Klangschlaufen; sie überlagern sich, manchmal zu einem komplexen Knäuel von Zeitfäden, meistens zu einer weiten wie fasslichen Raum-Klang-Zeit-Architektur. "Eine Musik", so Grosskopf, der u.a. bei Ernst Pepping und Boris Blacher Komposition studiert hat, "die im Klang Faszination erzeugt, hat fast immer eine gewisse Zeitlosigkeit: Ich vergesse diese Sekundenzeit, es ist vielmehr ein räumliches Gefühl: Eine Minute Musik kann da denselben Raum entstehen lassen wie ein Stück von fünf oder zehn Minuten."


Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 23.04.2020, 20:04 Uhr.

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