Zweifelsohne: Wolfgang Rihm, geboren am 13. März 1952 in Karlsruhe, ist einer der wichtigsten deutschen Komponisten der Gegenwart. Sein Werk, das alle musikalischen Gattungen umfasst, ist ein Fluss ohne Ufer, ein mäanderndes Netzwerk voller Linien- und Wegführungen. Der gemeinsame Abend von SWR2 und hr2-kultur will den zahlreichen Aspekten im Werk Rihms nachspüren. Im Mittelpunkt steht seine Kammeroper "Jakob Lenz" in einer neuen Produktion des Nationaltheaters Mannheim. Auch er selbst wird in dieser Sendung ausführlich zu Wort kommen.

Lenz - Joachim Goltz
Oberlin - Patrick Zielke
Kaufmann - Raphael Wittmer
Sechs Stimmen - Josefin Feiler, Rebecca Blanz, Marie-Belle Sandis, Maria Polanska, Sergii Moskalchuk, Marcel Brunner

Orchester des Nationaltheaters Mannheim
Leitung: Franck Ollu

Wolfgang Rihm: "Jakob Lenz" - Kammeroper

(Mitschnitt vom Januar und Februar aus dem Nationaltheater Mannheim)

23:00 Nachrichten und Wetter

23:03 Uhr Essay
Musik zur Sprache bringen − Wolfgang Rihm
Von Ulrich Mosch

Ganz gleich ob das Lied Bildnis: Anakreon nach Eduard Mörike, Jagden und Formen für Ensemble oder ein Streichquartett aus seiner Feder − Wolfgang Rihms Musik stellt uns vor einen eigentümlichen Widerspruch: Dem Ohr scheint sie mit ihrer weithin wohlvertrauten Klanglichkeit einfach zugänglich und unmittelbar verständlich. Wer aber über sie reden möchte und gar noch sprachlich an künstlerisch Wesentliches zu rühren versucht, dem fehlen schnell die Worte. Wie also diese Musik zur Sprache bringen? Ein Essay über Notwendigkeit und Vergeblichkeit des Sprechens über Musik.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 13.03.2022, 20:04 Uhr.