Franz Kafkas 1923/24 geschriebene Erzählung "Der Bau" ist eine überaus dichte und verschlüsselte Tierparabel. Für den Schweizer Komponisten Michel Roth ist ihre Vertonung, ihre musikalische Inszenierung eine große Herausforderung.

Der Schweizer Komponist Michel Roth (*1976) ist ein Viel- und Lautleser. Als er die Kafka-Erzählung "Der Bau" kennenlernt – der Titel stammt übrigens vom Kafka-Vertrauten Max Brod –, ist er sogleich vom Inhalt und Schreibstil gleichermaßen fasziniert. Die Idee zu einem Musiktheaterstück "Im Bau" entsteht 2012, Jahre später auch das Konzept einer Funkoper. Diese Version schildert den Sicherheits- und Verfolgungswahn des Fuchses oder Dachses – Kafka nennt den Bewohner nicht bei seinem Namen –, der seinen Schutzraum baut und immer wieder umbaut, sie vermag das noch plastischer darzustellen als die szenische Version. Denn diese radiophone Fassung geht direkt ins Ohr, mäandert - gespenstisch, bedrohlich - durch den inneren Hörraum, den Kopf.

Sendung: hr2-kultur, "Neue Musik", 22.10.2020, 21:30 Uhr.

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