Sie wollte Ingenieurin werden und wurde Komponistin: die Iranerin Farzia Fallah. Seit vielen Jahren lebt die 1980 in Teheran geborene Musikerin in Köln.

"Was ich mir immer wünsche, ist ein aktives Hören - ein aktives, bewusstes Hören. Weil ich denke, das ist etwas, was uns heutzutage abhanden kommt. Weil unsere Sinnesorgane, unsere Ohren durchgehend nicht nur am Arbeiten sind, sondern belastet sind!", sagt Farzia Fallah. Feine Tonverschiebungen und expressive Klanglinien laden in ihren Werken daher zum Ohrenspitzen ein.

Die vielfach ausgezeichnete Komponistin hat in Bremen, Köln und Freiburg unter anderem bei Younghi Pagh-Paan und Johannes Schöllhorn studiert - und lebt inzwischen in Köln. Im "Kollektiv3:6Koeln" entwickelt sie gemeinsam mit acht weiteren Komponist*innen und Instrumentalist*innen Projekte im Bereich experimenteller Musik. 2020 erschien in der "Edition Zeitgenössische Musik" des Deutschen Musikrats eine Porträt-CD mit ihren Stücken. Im Herbst 2021 wurde sie zur "Composer in Residence" des Archivs Frau und Musik in Frankfurt am Main ernannt, um dort mehrere Monate lang zu leben und neue Werke zu erarbeiten.

Sendung: hr2-kultur, "Neue Musik", 06.01.2022, 21:30 Uhr.