Zwischen dem Aufruhr der Studierenden bei den Darmstädter Ferienkursen 1970 und der Gründung des Ensemble Modern 1980 erstreckt sich in Deutschland (West wie Ost) ein äußerst bewegtes Jahrzehnt der Neuen Musik.

Eine vierteilige Sendereihe von Werner Klüppelholz

Der Zeitzeuge Werner Klüppelholz erzählt, wie die ungeheure Politisierung der Tonkunst nach ‘68 allmählich in die Innerlichkeit mündete, wie die Gesellschaft als Zentrum des Denkens durch das Individuum ersetzt wurde, wie subjektive Strategien objektive Kompositionssysteme ablösten und welche Gründe das alles hatte. In der DDR, wo Komponisten einen listenreichen Kampf im und gegen den sozialistischen Realismus führten, vollzog sich eine paradoxe Gegenbewegung zur BRD; zumindest musikalisch hätten sich beide deutsche Staaten schon damals vereinigen können. Überdies wird eine Hitparade der Neuen Musik vorgestellt und die Frage aufgeworfen, ob der Rock ‘n Roll nicht die bessere Avantgarde sei.

Sendung: hr2-kultur, "Neue Musik", 25.11.2021, 21:30 Uhr.