In der DDR ein Außenseiter des Musiklebens, ist der 1932 geborene Christfried Schmidt auch nach der Wende ein Geheimtipp geblieben, in dessen Schubladen es noch viel zu entdecken gibt.

von Florian Neuner

Seine Werke erleben mitunter erst mit jahrzehntelanger Verspätung ihre Uraufführung, so 2019 seine bereits 1975 entstandene "Markuspassion". In den 1960er und 70er Jahren zurückgezogen in Quedlinburg lebend, komponierte Schmidt unbeirrt teils großformatige Oratorien und Orchesterwerke, ohne Aussicht auf Aufführungen. Der Musikwissenschaftler Frank Schneider bezeichnet Schmidt, der eine profunde kirchenmusikalische Ausbildung erhalten hat, als "durch und durch modern". Der mit Reihentechnik arbeitende Ausdrucksmusiker sieht sich im 20. Jahrhundert vor allem Alban Berg verwandt und sagt von sich: "Ich will expressive Musik machen".

Sendung: hr2-kultur, "Neue Musik", 07.10.2021, 21:30 Uhr.