Das 34. Weltmusikfest der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, das 1960 in Köln stattfand, gehört – vor allem im Rückblick – zu den spannendsten Veranstaltungen zeitgenössischer Musik in der kulturellen Institutionsgeschichte der noch jungen Bundesrepublik.

Im Juni 1960 in Köln, beim 34. Weltmusikfest der 1922 in Salzburg gegründeten Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM), einem Völkerbund der arrivierten Neutöner,  gibt es 16 Uraufführungen, sechs Europäische und neun Deutsche Erstaufführungen, zudem zehn weitere Kompositionen, die allesamt zwischen 1909 – Schönbergs Opus 16 – und 1960 entstanden sind und aus über zwanzig nationalen IGNM-Sektionen stammen. (Heute sind es über 40.) Unter den aufgeführten Komponisten – mit der 1939 aus Hamburg nach Chile emigrierten Leni Alexander allerdings nur eine Frau – finden sich viele prominente Namen, die fleißig das damals aktuelle und künftige Geschehen der avancierten Neuen Musik mitschreiben: Bengt Hambraeus, Henri Pousseur, Luciano Berio, Pierre Boulez, Luigi Nono, Klaus Huber und Isang Yun. Überdies György Ligeti, Karlheinz Stockhausen und Mauricio Kagel. Deren Uraufführungen von „Apparitions“, „Kontakte“ und „Anagrama“ - State-of-the-Art der Kunstklangproduktion um 1960 – wirken weit hinein in die Musikgeschichte, sind längst Klassiker der Avantgarde – dank der IGNM, die nicht immer die fortschrittlichste Programmatik verfolgt.

Sendung: hr2-kultur, "Neue Musik", 03.12.2020, 21:30 Uhr

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