Es hat lange gedauert. Zu Lebzeiten hatte kaum ein Komponist Interesse an seinen Texten: den Gedichten, dem Roman, den Dramenfragmenten, den Übersetzungen. Das änderte sich im 20. Jahrhundert rasant.

Josef Matthias Hauer (1883-1959): 16 Klavierstücke op. 25 mit Überschriften nach Worten von Friedrich Hölderlin (1923)
Herbert Henck, Klavier
(Aufnahme: Konzertaufzeichnung Bremen, Übersee Museum, 30. Juni 1996 durch den Deutschlandfunk)

Luigi Nono (1924-1990): "Fragmente - Stille, An Diotima" (1979/80)
LaSalle Quartet
(Aufnahme: Studioproduktion des Südwestfunks am 19. Dezember 1980 in Baden-Baden)

Peter Ruzicka (*1948): "…Ins Offene…", Musik für Streicher (2005/06)
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Peter Ruzicka
(Aufnahme: Konzertaufzeichnung am 17. November 2006 im hr-Sendesaal, Frankfurt/Main)

Mittlerweile gehören die Dichtungen von Friedrich Hölderlin (1770-1843) zu jenen, die in Hülle und Fülle vertont worden sind und weiterhin sonore Impulse evozieren. Vor allem im deutschsprachigen Raum. Aber auch italienische Komponisten wie Luigi Nono oder Bruno Maderna - beide sprachen deutsch - haben sich der rätselhaften, oft fragmentarischen Lyrik Hölderlins bzw. dem revolutionären Briefroman "Hyperion" zugewandt.

Ohne Hölderlin wäre nicht nur die Literaturgeschichte ärmer, sondern zugleich die Musikgeschichte, die sich ohne den "Fremdling im eigenen Haus", wie er sich einmal selbst skizzierte, seit den 1970er Jahren zweifellos anders entwickelt hätte. Hölderlins Denken und Fühlen in Sprache hat einige musikalische Innovationen und neue ästhetische Perspektiven initiiert. Eine (letztlich nur kleine) Auswahl mit bekannten und weniger vertrauten Klangsichten auf Hölderlin stellen wir Ihnen in diesem hr2-Konzertsaal vor.

Weitere Sendungen "Neue Musik zu und mit Friedrich Hölderlin" am 22.10. und 19.11.2020, jeweils ab 20:04 Uhr

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 15.10.2020, 20:04 Uhr.

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