Johann Sebastian Bach ist das A und O in der Komponisten-Welt, an seinem Werk haben sich all seine Nachfahren im Geiste mehr oder weniger abgearbeitet: So auch Johannes Brahms und Robert Schumann. Die Pianistin Claire Huangci und das Minguet Quartett spannen rote Fäden zwischen den drei Komponisten.

Claire Huangci, Klavier
Minguet Quartett

Bach/Busoni: Toccata d-Moll BWV 565
Bach: Toccata D-Dur BWV 912
Brahms: Händel-Variationen op. 24
Schumann: Klavierquintett Es-Dur op. 44

(Aufnahme vom 21. Juli 2021 aus dem Fürst von Metternich Konzert-Kubus auf Schloss Johannisberg)

Denn auf das Brückenbauen zwischen den Epochen haben sich Claire Huangci und das Minguet Quartett spezialisiert. Bezüge zu Bach gibt es etwa in Schumanns Klavierquintett Es-Dur, in dem er seine Leidenschaft für Bachs Fugen auslebt. Es muss nicht immer Bach sein - ein Händel tut es auch, mag sich wiederum Johannes Brahms gesagt haben. 1861 gratuliert er Schumanns Frau Clara mit 25 Variationssätzen und einer Fuge zum 42. Geburtstag. Grundlage für sein Ständchen ist die Aria aus einer Suite von Händel, die 1733 in einer Sammlung erschienen war.

Brahms hatte den Notendruck in einem Antiquariat entdeckt - und sofort Feuer gefangen. Sogar sein Kontrahent Richard Wagner war dann sehr angetan von dem Variationen-Werk. Bei dem einzigen Aufeinandertreffen der beiden Komponisten 1864 spielte Brahms ihm seine Händel-Variationen vor - und Wagner ließ sich immerhin zu den Worten hinreißen: "Man sieht, was sich in den alten Formen noch leisten lässt, wenn einer kommt, der versteht sie zu behandeln!"

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 02.01.2022, 20:04 Uhr.