Elgar trifft Brahms: Eingeladen zu dem Treffen hatten die argentinische Cellistin Sol Gabetta und das "Gstaad Festival Orchestra", als sie im Kurhaus Wiesbaden auftraten.

Sol Gabetta, Violoncello
Gstaad Festival Orchestra
Leitung: Elim Chan

Elgar: Cellokonzert e-Moll op. 85
Brahms: 4. Sinfonie e-Moll op. 98

(Aufnahme vom 20. August 2021 aus dem Friedrich-von-Thiersch-Saal im Kurhaus Wiesbaden)

"Diese Art von extremer Emotion an jedem Konzertabend neu aufzubauen, das ist sehr schwierig. Man muss sich komplett hingeben," sagt Sol Gabetta über das Cellokonzert von Edward Elgar. Die Sorge um seine schwerkranke Frau und die Erinnerungen an die Jahre des Ersten Weltkrieges schwingen mit in Edward Elgars melancholischem Cellokonzert, das er 1919 fertig stellt.

Von Melancholie durchzogen ist auch die vierte Sinfonie von Johannes Brahms - und von viel barocker Kontrapunktik. Möglicherweise der Grund dafür, warum der Wiener Kritiker Eduard Hanslick nach einer Klavier-Präsentation des Werkes ausgerufen haben soll: "Den ganzen Satz über hatte ich die Empfindung, als ob ich von zwei schrecklich geistreichen Leuten durchgeprügelt würde." Prügeln kommt für das "Gstaad Festival Orchestra", das Brahms Vierte beim Rheingau-Musik-Festival zu Gehör brachte, nicht in Frage - aber als geistreich darf man den Klangkörper getrost bezeichnen.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 12.12.2021, 20:04 Uhr.