Volkstümliche Klassik: Das Bulgarische Radio-Sinfonieorchester geht mit seinem Chefdirigenten Mark Kadin auf eine musikalische Reise durch Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Frankreich und hat als Mitbringsel lauter "Rhapsodien" im Gepäck.

Kristiyan Kaloyanov, Klarinette
Bulgarisches Radio-Sinfonieorchester
Leitung: Mark Kadin

Wesselin Stojanow: Rhapsodie für Orchester
Debussy: 1. Rhapsodie für Klarinette und Orchester
Liszt: 14. Ungarische Rhapsodie f-Moll
Enescu: 1. Rumänische Rhapsodie A-Dur op. 11
Pantscho Wladigerow: Bulgarische Rhapsodie Vardar op. 16

(Aufnahme vom 18. Juni 2021 aus der Bulgaria Halle in Sofia)

Inspiriert von den antiken Rhapsoden - wandernden Sängern, die in Griechenland bei Festen Epische Gedichte vortrugen - hat sich in der Musikgeschichte die freigeistige, von formalen Zwängen befreite Gattung "Rhapsodie" entwickelt. Und gern haben die Komponisten hier folkloristische Themen verarbeitet. Als Begründer des Genres gilt Franz Liszt, der in seiner Rhapsodie dann auch Volksmelodien aus seinem Geburtsland Ungarn zitiert. Auch Claude Debussy setzt auf das Gesangliche in seiner Klarinetten-Rhapsodie, die er 1909 für einen Wettbewerb komponierte. Feurige Tanzrhythmen sind es bei dem Rumänen George Enescu. Und der Bulgare Pantscho Wladigerow, der in den "Goldenen Zwanziger Jahren" in Berlin lebte und an Max Reinhardts Deutschem Theater für die Bühnenmusik sorgte, lädt zu einem melodienreichen Abstecher an den Fluss "Vardar" ein.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 18.10.2021, 20:04 Uhr.