"Viel Lärm um nichts"? Stimmt bei der NDR-Radiophilharmonie jedenfalls nicht: Zum "Tag der Deutschen Einheit" hatte sie nicht nur eine Suite zu Shakespeares Theaterstück "Much Ado About Nothing" mitgebracht, sondern auch weitere Bühnenmusiken von Strauss bis Ruders.

NDR-Radiophilharmonie
Leitung: Andrew Manze

Poul Ruders (*1949): Kafkapriccio
R. Strauss: Suite "Der Bürger als Edelmann" op. 60
Strawinsky: Bläsersinfonien
Haydn: Sinfonie Nr. 80 d-Moll
Korngold: Suite aus "Much Ado About Nothing" op. 11

(Aufnahme vom 3. Oktober 2020 aus dem Großen Sendesaal des NDR in Hannover)

Pandemie-bedingt hatten die NDR-Radiophilharmonie und ihr Chefdirigent Andrew Manze zum Festkonzert am "Tag der Deutschen Einheit" lauter Werke vorbereitet, die klein besetzt sind und somit genug Platz für die erforderlichen Abstände unter den Orchestermusikern lassen. Spannend fürs Publikum - denn so kamen Werke auf die Bühne, die man bei einem Sinfonieorchester nicht so oft hört: Schauspielmusiken oder Stücke, die sich um berühmte Literaten drehen.

Der Däne Poul Ruders etwa hat Franz Kafka 2005 eine Oper gewidmet - und dazu drei Jahre später "Fünf Paraphrasen" für ein großes Ensemble herausgefiltert. Richard Strauss wiederum hat sich an Molières "Bürger als Edelmann" gewagt - um zu dem Theaterstoff gemeinsam mit seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal einen Bühnenmusik-Opern-Zwitter zu entwickeln. Der Plan scheiterte, übrig blieb eine Orchestersuite. Erich Wolfgang Korngold wiederum schuf mit gerade mal 21 Jahren eine Suite zu Shakespeares "Much Ado About Nothing". Ergänzt wird das Programm von Strawinskys Bläser-Sinfonie und einem Schattengewächs auf den Bühnen: Haydns Sinfonie Nr. 80 in d-Moll, die in Konzertsälen vergleichsweise eher zu kurz kommt.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 14.02.2021, 20:04 Uhr.

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