Wir beschäftigen uns mit „Le Silences des Sirènes“ von Unsuk Chin und der siebten Sinfonie von Anton Bruckner. Und wir schauen auf das Konzert mit Isabel Faust, Antoine Tamestit und Andrew Manze am 11. November. Dazu gibt’s Musik von Grieg, Bartók und Rachmaninow.

Marisol Montalvo und Christoph Eschenbach beim hr-Sinfonieorchester

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Die Konzerte im Radio

hr2-kultur sendet die Aufnahme der Konzerte mit Marisol Montalvo und Christoph Eschenbach am 10. November um 20:04 Uhr.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Marisol Montalvo und Christoph Eschenbach

Montalvo: Chin
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Werke von James Tenney und György Ligeti, "Le Silence des Sirènes" von Unsuk Chin und die siebte Sinfonie von Anton Bruckner bildeten das Programm der hr-Sinfoniekonzerte im September 2018 in der Alten Oper Frankfurt.

James Tenney schuf 1961 seine erste computergestützt erzeugte Komposition "Analog #1: Noise Study". Anstoß dazu gaben ihm die Verkehrsgeräusche während der täglichen Fahrt von New York nach New Jersey, die er nachbildete. Das unmittelbar anschließende Stück „Atmosphères“ von György Ligeti wurde 1961 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt. In diesem kurzen Orchesterstück konzentriert sich Ligeti ganz auf die Komposition des Klangs, auf seine Farbigkeit, seine Dichte, sein äußeres Volumen und seine innere Struktur.

Unsuk Chin gehört zu den erfolgreichsten Komponistinnen unserer Zeit. In der Szene für Sopran und Orchester mit dem Titel „Le Silence des Sirènes“ bezieht sie sich auf den griechischen Mythos der Sirenen, die mit ihrem Gesang Seeleute in die Tiefe und damit ins Verderben locken. Der Text ist eine Collage aus Homers Odyssee und James Joyces Ulysses. Mit dem Titel zitiert Chin ein Prosastück Franz Kafkas.
Die amerikanische Sopranistin Marisol Montalvo ist die Idealbesetzung für dieses stimmlich und gestalterisch ausgesprochen anspruchsvolle Stück. Sie zählt zu den gefragtesten Interpret*innen moderner und zeitgenössischer Musik. Sie hat eine außergewöhnlich flexible Stimme und Stimmtechnik. Einige Komponisten unserer Zeit haben speziell für sie Rollen komponiert.

Im zweiten Teil der hr-Sinfoniekonzerte im September 2018 wurde die siebte Sinfonie von Anton Bruckner gespielt. 60 Jahre alt war Anton Bruckner, als seine Siebte 1884 in Leipzig uraufgeführt wurde. Und nach weiteren erfolgreichen Aufführungen in München und der Premiere mit den Wiener Philharmonikern in Österreich, kam es schon 1886 zu Aufführungen in Chicago, New York und Boston. Mit dieser siebten Sinfonie war Bruckner endlich auch international als Komponist erfolgreich. Deshalb gibt es bei der Siebten auch kein Problem mit der Quellenlage oder verschiedenen Fassungen: der Erfolg des Werks machte Korrekturen und Überarbeitungen überflüssig.

Konzert mit Isabel Faust, Antoine Tamestit und Andrew Manze

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Das Konzert im Radio

hr2-kultur sendet die Aufzeichnung des Konzerts am 13. November um 20:04 Uhr.

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Isabelle Faust

In der kommenden Woche sollten hr-Sinfoniekonzerte in der Alten Oper Frankfurt stattfinden. Aufgrund der Corona-bedingten Beschränkungen wird das Programm am November im hr-Sendesaal ohne Publikum gespielt.

Der Titel der Komposition „Shaker Loops“ von John Adams ist mehrdeutig: Man kann an einen Cocktail Shaker denken, also an das Schütteln als Bewegung, aber auch an die Shaker, eine christliche Gruppierung in den USA. John Adams soll sich beim Komponieren die Tänze der Shaker zu stampfenden Rhythmen vorgestellt haben. Aber seine ursprüngliche Idee war eine ganz andere, nämlich die Wellen von Wasser in seine Musik aufzunehmen. In dieser Urform unter dem Titel Wavemaker (Wellenmacher) war das Stück allerdings ein totaler Misserfolg. Erst mit dem neuen Namen und der neuen bildlichen Vorstellung kam der Erfolg.

Hinter dem Titel „Sinfonia concertante“ verbirgt sich im Prinzip ein Konzert für Violine, Viola und Orchester. „Im Prinzip“ deshalb, weil es noch kein richtiges Solokonzert ist, im Sinne des 19. Jahrhunderts. Hier ging es in erster Linie darum, einen brillanten Virtuosen und ein prachtvolles Instrument in den Dialog mit einem Orchester zu stellen. Die „Sinfonia concertante“ in Es-Dur KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart dagegen hat die Trennung der Rollen noch nicht vollzogen; alle machen miteinander Musik, die Solisten etwas mehr als das Orchester, das sie aber nicht nur begleitet, sondern als Ganzes, in Gruppen oder mit einzelnen Instrumenten in das Konzert immer wieder eingreift.

Die Musiken

Grieg Konzertouvertüre "Im Herbst" op. 11 (Josep Caballé-Domenech)
Bartók Musik für Saiteninstrumente und Celesta (Paavo Järvi)
Rachmaninow 3. Klavierkonzert d-Moll op. 30 (Jorge Luis Prats / Juraj Valcuha)
Ravel Une barque sur l'océan (Hugh Wolff)

Sendung: hr2-kultur, "Treffpunkt hr-Sinfonieorchester", 07.11.2020, 10:04 Uhr.

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