Mit Gaucho-Musik und Solokonzerten.

Mit Gaucho-Musik aus Argentinien beginnt die Sendung: „Estancia“ bedeutet in etwa „Aufenthalt“ oder „Land-Aufenthalt“. „Estancia“ ist in Argentinien auch die Bezeichnung für Rinderfarmen: der Inbegriff von Gaucho-Romantik und grasenden Viehherden in der endlosen Pampa. Und „Estancia“ ist der Titel für das erste umfassende Werk von Alberto Ginastera: ein Ballett, komponiert im Jahr 1941. Vier Tänze daraus hat Ginastera für Orchester exzerpiert. Der vierte, der Schluss-Satz Danza final hat die Rhythmik eines „Malambo“, also eines Gaucho-Tanzes im 6/8-Takt.

Die Rhapsodie für Saxophon und Orchester von Claude Debussy

Zeitgenössisches Porträt des französischen Komponisten Claude Debussy (1861-1918)

Das Werk war das Auftragswerk einer amerikanischen Dame namens Hull, die das Saxophon aus therapeutischen Gründen erlernt hatte. Aber Debussy konnte dem Saxophon wohl nicht viel abgewinnen – seine Rhapsodie blieb ein Torso. Erst nach Debussys Tod hat Roger Ducasse die Komposition vollendet, und 1919 wurde die Saxophonrhapsodie dann uraufgeführt.

Das e-Moll-Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy

Hilary Hahn

Es ist eines der populärsten Violinkonzerte überhaupt und eines der bekanntesten Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy. In diesem Violinkonzert ist Mendelssohn eine vollkommene Synthese von Tradition und Neuem, von Althergebrachtem und Eigenem gelungen. Eine Synthese, die das Werk immer wieder wirken lässt wie aus einem Guss. Natürlich steht das e-Moll-Violinkonzert von Mendelssohn immer wieder auf den Programmen auch des hr-Sinfonieorchesters – in unserer Aufnahme mit einer atemberaubend musizierenden Geigerin: Hilary Hahn, die wir auch im Gespräch mit Natascha Pflaumbaum hören.

Das erste Oboenkonzert von Ludwig August Lebrun

Leleux: Lebrun: Oboenkonzert

Ludwig August Lebrun war ein Zeitgenosse Mozarts. Er wurde schon als 15-Jähriger in die Mannheimer Hofkapelle aufgenommen, das berühmte und vielleicht beste Orchester seiner Zeit.

Insgesamt sechs Oboenkonzerte schrieb Lebrun. Sie haben einen hessischen Bezug: sie wurden in Offenbach publiziert, 1804 im Verlag von Johann Anton André.

Das vierte Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven

Beethoven im Jahr 1815, Detail aus einem Gemälde von Willibrord Joseph Mähler

Dieses Konzert ist ungewöhnlich, weil die Pianistin bei allen virtuosen Anforderungen als Solistin nicht wirklich im Vordergrund steht, sondern mit dem Orchester verflochten eine quasi „sinfonische“ Version eines Konzerts zu Gehör bringt. Beethoven, der ja selbst ein ausgezeichneter Pianist war, hat hier seine idealistischen Vorstellungen von einer gleichsam humanitär und egalitär gestalteten Gesellschaft in klingende Musik umgesetzt.

Die Musiken

Ginastera "Danza final. Malambo" aus dem Ballett "Estancia" op. 8 (Markus Poschner)
Debussy Rhapsodie für Saxophon und Orchester (Detlev Bensmann / Dmitrij Kitajenko)
Mendelssohn Violinkonzert e-Moll op. 64 (Hilary Hahn / Paavo Järvi)
Lebrun 1. Oboenkonzert d-Moll (François Leleux)
Beethoven 4. Klavierkonzert G-Dur op. 58 (Maria João Pires / Herbert Blomstedt)
Herrmann Vertigo-Suite (Frank Strobel)

Sendung: hr2-kultur, "Treffpunkt hr-Sinfonieorchester", 05.06.2021, 10:04 Uhr.

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