Das Virus Covid-19 hält uns in Schach: gesellschaftlich und privat, physisch und psychisch. Nasen- und Mundbedeckungen, sogenannte Corona-Masken gehören längst zum Alltag in diesen schwierigen Zeiten. Masken sind gelegentlich auch ein Thema in der Musik, nicht nur, wenn es um Karneval oder Kostümbälle geht.

Toru Takemitsu (1930-1996): "Masque" (1959/60) für zwei Flöten
Laura Gilbert, Flöte
Patricia Monson, Flöte
(Aufnahme: Juli 1999, Suny Purchase Recital Hall, Purchase N.Y., USA)

George Crumb (* 1929): "Vox Balaenae" (1971) für Flöte, Violoncello und Klavier
Trio Wiek (Christina Fassbender, Flöte / Justus Grimm, Violoncello / Florian Wiek, Klavier)
(Aufnahme: 2. April 2012, Reitstadel in Neumarkt durch den Bayerischen Rundfunk)

Hans Werner Henze (1926-2012): "Carillon, Récitaif, Masque" (1974) für Mandoline, Gitarre und Harfe
Ensemble Villa Musica (Detlef Tewes, Mandoline / Jürgen Ruck, Gitarre / Ellen Wegner, Harfe)
(Aufnahme: 15. Dezember 2005, Fürstliche Reitbahn, Bad Arolsen durch Musikproduktion Dabringhaus und Grimm)

Gordon Kampe (* 1976): "Masque" (2020) für Ensemble und großes Orchester
Ensemble LUX:NM (Ruth Velten, Saxophon / Silke Lange, Akkordeon / Florian Juncker, Posaune / Beate Altenburg, Violoncello / Vitaly Kyianytsia, Klavier)
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Dirigent: Brad Lubman
(Aufnahme: 19. Januar 2020, Aufnahme der Uraufführung in der Akademie der Künste, Berlin durch Deutschlandfunk Kultur)

Der US-amerikanische Komponist George Crumb schreibt für die Aufführung seines Trios "Vox Balaenae" (Stimme des Wales) vor, dass die Interpreten schwarze Masken tragen mögen. Inspiriert von den Gesängen der Buckelwale, ist das 1971 entstandene Stück eine Reflexion über das Leben, die Kommunikation zwischen der Natur und - selbst ein Teil davon - dem Menschen, der nicht sehen will, was er zerstört. Die Masken im traditionellen japanischen Nô-Theater faszinieren den Tokioer Komponisten Toru Takemitsu nachhaltig: 1959/60 reagiert er darauf mit dem rhapsodischen Flöten-Dialog "Masque". Auch die Masken-Musiken von Hans-Werner Henze und Gordon Kampe verdanken sich dem Theatralischen: fotografische Standbilder im Fernsehen vor dem eigentlichen Sendebetrieb bildeten den Impuls für Henze; die englische "Masque", ein höfisches Maskenspiel des 16./17. Jahrhunderts, einem Vorläufer der Barockoper mit maskierten Darstellern, regte Kampes Concerto-grosso-Fantasie an.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 25.02.2021, 20:04 Uhr.

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