"Die Fünfte ist ein verfluchtes Werk. Niemand capiert sie." Das vertraute Gustav Mahler 1905 seinem Tagebuch an, ein Jahr nach der von ihm selbst dirigierten Uraufführung der Sinfonie im Kölner Gürzenich.

Gustav Mahler (1860-1911): 5. Sinfonie cis-Moll (1901-04)
Fassung für Klavier vierhändig von Otto Singer (1863-1931)
Piano Duo Trenkner-Speidel
(Aufnahme vom Juli 2018, Konzerthaus der Abtei Marienmünster durch Musikproduktion Darbringhaus und Grimm)

Dieter Schnebel: "Mahler-Moment" (1986) für Streicher
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Zoltán Peskó
(Aufnahme vom 16. Juni 1989 aus dem hr-Sendesaal)

Heute zählt die 5. Sinfonie Gustav Mahlers zu seinen beliebtesten Werken und erklingt oft in den internationalen Konzertsälen. Sehr selten zu hören ist aber die von dem Komponisten Otto Singer angefertigte Bearbeitung für Klavier vierhändig, die dieser für den Leipziger Verlag Peters herstellte - unter Mahlers kritischer Mitwirkung. Zwei Monate vor der Kölner Uraufführung war die autorisierte Piano-Version fertig und wurde gedruckt. Solche Reduktionsfassungen fürs Klavier großbesetzter Orchesterwerke waren vor über hundert Jahren durchaus üblich, um die Verbreitung sinfonischer Kompositionen zu fördern. Schließlich gab es weder Schallplatten noch den Rundfunk. Wer Musik außerhalb der Konzertsäle und Salons hören wollte, musste selber spielen (lassen). Und vielfach besitzen diese Arrangements eine ganz eigene Klangästhetik, die andere Dimensionen und verborgene Details des Originals erhellen.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 18.02.2021, 20:04 Uhr

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