Es war wie ein kleines Wunder: trotz Pandemie-Einschränkungen konnte Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion im vergangenen Jahr bei den Londoner Proms wie geplant aufgeführt werden. Jonathan Cohen dirigierte vom Cembalo aus Chor und Orchester des von ihm 2010 gegründeten Ensembles "Arcangelo".

Louise Adler, Sopran
Iestyn Davies, Countertenor
Stuart Jackson, Tenor - Evangelist
Hugo Hymas, Tenor
Roderick Williams, Bariton
Matthew Rose, Bass - Christus
Choristers of St Paul’s Cathedral Choir
Arcangelo Chorus
Arcangelo
Jonathan Cohen, Leitung und Cembalo

Bach: Matthäus-Passion BWV 244

(Aufnahme vom 9. September 2021 aus der Royal Albert Hall)

Nach der ersten Aufführung im Jahr 1727 führte Bach seine Matthäus-Passion immer wieder in neu bearbeiteten Fassungen in Leipzig auf. 1736 schrieb er dann die gesamte Partitur sorgfältig in Reinschrift ab und hob darin den Text des Evangeliums mit roter Tinte hervor. Es ist die schönste und sauberste Handschrift, die wir von Bach besitzen. Und sie zeigt, welche Bedeutung Bach selbst seiner Matthäus-Passion beigemessen hat.

Bei den Londoner Promenadenkonzerten im vergangenen Jahr war die Aufführung von Bachs Matthäus-Passion in der Royal Albert Hall mit dem Originalklang-Ensemble "Arcangelo" einer der musikalischen Höhepunkte. Gegründet wurde "Arcangelo" im Jahr 2010 vom Cembalisten und Dirigenten Jonathan Cohen. Es sind handverlesene Musikerinnen und Musiker, die ausgehend von einem kammermusikalischen Verständnis ihrem Publikum den Reichtum und die Strukturen in der Musik offenbaren. Ideale Interpreten also für Bachs Matthäus-Passion. Ein exzellentes Solistenensemble und die Chorknaben der St. Paul’s Cathedral rundeten die hochgelobte Aufführung bei den Londoner Proms ab.

Am Mikrofon: Nicole Abraham

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 15.04.2022, 20:04 Uhr