Schon zu Lebzeiten wurde Mahatma Gandhi als Symbol des gewaltlosen Widerstands gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung verehrt. Nach seiner Ermordung ist sein Bild immer mehr das eines Heiligen geworden. Ilija Trojanow hat sich auf die Suche nach dem Menschen Gandhi gemacht.

Anlässlich des 150sten Geburtstages von Mahatma Gandhi hat Ilija Trojanow im Herbst 2019 die Autobiographie Gandhis herausgegeben und kommentiert, neu übersetzt von Susann Urban.

Trojanow präsentiert Gandhi, den großen Widerstandskämpfer, Pazifisten, Asketen und Utopisten in neuen Bildern und Tönen. Auch als beschädigte Ikone in all seinen Widersprüchen. Er zieht Linien von Gandhi bis in unser aktuelles Leben in einem gespaltenen Europa, in einem zerrissenen Deutschland inmitten unserer imperialen Lebensweise. Ist Gandhi ein aktuelles Vorbild für alle Kämpfe um ein gutes Leben?

Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Unterbrochen von einem vierjährigen Deutschlandaufenthalt lebte Ilija Trojanow bis 1984 in Nairobi. Danach folgte ein Aufenthalt in Paris. Von 1984 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie in Münschen. 1998 zog Trojanow nach Mumbai, 2003 nach Kapstadt, heute lebt er, wenn er nicht reist, in Wien.

In der Kulturszene Hessen senden wir einen gekürzten Mitschnitt des Gesprächs zwischen Ilija Trojanow und Thomas Wagner, Leiter des Referats Arbeit und Soziales in der Einen Welt an der katholischen Akademie Rabanus Maurus, vom 15. Mai aus dem Frankfurter Haus am Dom.

Sendung: hr2-kultur, Kulturszene Hessen, 14.06.2020, 12:04 Uhr.
Wiederholung am 20.06.2020, 18:04 Uhr.

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