"Bald wird es keine Überlebenden des Holocaust mehr geben – und wer erzählt dann?" Das haben sich die Autorin Monika Held und der Kontrabassist Gregor Praml gefragt und sich dafür entschieden, selbst zu Erzählenden zu werden. Aus Helds Roman "Der Schrecken verliert sich vor Ort" haben sie eine KonzertLesung konzipiert, die sich vor allem an Schüler und Schulklassen richtet.

Monika Held und Gregor Praml haben bei gemeinsamen Auftritten erfahren, dass Text und Musik in der Lage sind, Geschichten gemeinsam zu erzählen. Die Zusammenarbeit mündet jetzt in der neu konzipierten KonzertLesung "In Auschwitz gab es keine Vögel", die Mitte November Premiere im Antiquaritat der Buchhandlung Schutt in Frankfurt-Bornheim feierte. Monika Held und Gregor Praml zeigten eine Performance, bei der Lesung, Musik und O-Töne des Auschwitz-Überlebenden Hermann Reineck ineinander greifen. Grundlage ist der Roman von Monika Held "Der Schrecken verliert sich vor Ort".

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Monika Held: "Der Schrecken verliert sich vor Ort"
Bastei Lübbe, 271 Seiten

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Im Roman wird die Geschichte des KZ-Häftlings Heiner und seiner Frau Lena erzählt. Die beiden haben sich beim Frankfurter Auschwitz-Prozess kennengelernt und ineinander verliebt. Er war der Zeuge aus Wien, sie Übersetzerin polnischer Zeitzeugenaussagen. Der Roman beschreibt eine Liebe zwischen Trauma, Unwissen und Missverständnissen. Vorbild für den Auschwitz-Überlebenden Heiner war Hermann Reineck. Der Sozialist Reineck, geboren 1919 in Wien, wurde 1941 des Hochverrats angeklagt, 1942 bis 1944 war er in Auschwitz inhaftiert. Beim großen Frankfurter Auschwitz-Prozess stand er als Zeuge der Anklage seinen ehemaligen Peinigern gegenüber, hier lernte er auch seine spätere Frau Anni Roßmann-Reineck kennen, mit der er später bis zu seinem Tod 1995 in Münzenberg-Gambach in der Wetterau lebte.

Wir senden einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung am 15. November in Frankfurt.

Sendung: hr2-kultur, Kulturszene Hessen, Kulturszene 19.01.2020, 12:04 Uhr
Wiederholung am 25.01.2020, 18:04 Uhr

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weiterer Auftrittstermin :
28.01.2020, 20:00 Uhr
DIE FABRIK
Mittlerer Hasenpfad 1-5
Frankfurt am Main

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