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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Ladies Night": Ein Unterhaltsamer Abend für die Clique

"Ladies Night" bei den Burgfestspielen in Bad Vilbel

Die Bad Vilbeler Burgfestspiele mussten zwar das geplante Programm für dieses Jahr ins nächste verschieben. Doch glücklicherweise konnten sie ein alternatives Programm auf die Beine stellen. Wie gut ist die Komödie "Ladies Night" gealtert?

Es gibt keine Liebesgeschichte, sondern es geht nur um die vier Männer, die im Alter zwischen 20 und 60 Jahren sind, alle arbeitslos, verschuldet und körperlich nicht besonders in Form. Und die beschließen ihr Glück als Striptänzer zu versuchen.

Da gibt es dann viele Tanzeinlagen solo oder zu viert auf der Bühne – dann aber synchron oder in Formation, ohne Körperkontakt. Und das verkündet die einzige Frau auf der Bühne, Klubbesitzerin Bernie, den Jungs gleich zu Beginn: Das oberste Gesetz bei der Striptease-Show heißt: Anfassen verboten – so gesehen ist es das perfekte Stück für die Corona-Zeit.

Nur fünf Menschen sind maximal auf der Bühne und die konnten sich mit genügend Abstand verteilen auf der Bühne und dem Gelände der Burgruine. Das Stück lebt ja von einer wundersamen Verwandlung. Im ersten Teil haben wir es mit Loser-Typen zu tun, die nicht besonders ansehnlich sind. Der eine pummelig und geschwätzig, der andere viel zu dünn und eher depressiv drauf. Der Jüngste ist ein schüchterner und verdruckster Typ und der Älteste ist für einen Striptänzer nicht nur zu alt, sondern hat auch einen Bierbauch.

Gelungener Überraschungseffekt

Die Schauspieler sind toll gecastet und es ist wirklich sehr komisch anzusehen, wenn sie ihre ersten Tanzeinlagen hinlegen und ihre Stripnummern versuchen. Dieses Ungekonnte, Ungelenke, Laienhafte ist sehr gekonnt, sehr überzeugend gespielt. Es kommt bei diesen Stück auf den Überraschungseffekt an, wenn dann die Jungs zum ersten Mal auf der Bühne stehen und in perfekten Rhythmus und Körperspannung, einer Gelenkigkeit und Eleganz, die man nicht erwartet hat, auf der Bühne ihre Nummern hinlegen. Und dieser Überraschungseffekt ist in der Inszenierung in der Bad Vilbeler Wasserburg gelungen.

Der neuseeländische Autor Anthony McCarten kann witzige, pointierte Dialoge schreiben 
und die kommen auch in Bad Vilbel gut rüber. Allerdings man merkt schon, dass das Stück aus den späten 80er Jahren stammt. Vor über 30 Jahren war diese Art Umkehrung der Geschlechterrollen, auch noch etwas Besonderes: Die Männer als Sexobjekte. Da war man aber noch weit entfernt von Genderdebatten und Diskussionen um Geschlechteridentität. Ein bisschen abgestanden wirkt der Stoff schon. Ein paar Gags zünden heute nicht mehr so richtig.

Fazit

Alles in allem ist es ein unterhaltsamer Abend mit viel Musik und Hits der vergangenen 30 Jahren und einigen sehr ansehnlichen Tanz- und Stripeinlagen. Ein Tipp: Das Stück macht mit Sicherheit mehr Spaß, wenn man mit der besten Freundin oder seiner Clique hingeht. Es ist nicht unbedingt eine Empfehlung für die Gestaltung eines romantischen Abends.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 29.7.20, 7:30 Uhr

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