Eine melancholisch-humoristische Poetik des Scheiterns, bevölkert von kauzigen Figuren, die die Absurdität der Lebens- und Arbeitsbedingungen in unserer Leistungsgesellschaft spiegeln.

Ein Mann erscheint eines Nachts völlig durchnässt auf einem Polizeirevier. Der diensthabende Polizist stellt ihm einen Kaffee hin und der Mann beginnt zu reden. Im Hinterzimmer seines Büros hat er eine Putzfrau ohne Aufenthaltsbewilligung untergebracht, berichtet er. Und das ist noch längst nicht alles. Denn da gibt es auch noch die Anzeige, die ihm wegen der Veruntreuung von Vereinsgeldern droht, erzählt der Mann. In seinem wahnwitzigen Bericht, dessen Charme und Menschlichkeit selbst den Polizisten nicht kaltlassen, entsteht das Portrait eines modernen Antihelden, der einen überraschend fröhlichen Nihilismus zum Besten gibt.

Thomas Duarte, geboren 1967, aufgewachsen bei Basel. Er studierte Geschichte und Philosophie und arbeitete nach Aufgabe des Studiums zuerst als Tramchauffeur, dann als kaufmännischer Angestellter und Sachbearbeiter. Später Studium der Kulturwissenschaften und der Literaturwissenschaft. Was der Fall ist wurde 2020 mit dem Studer/Ganz-Preis für das beste unveröffentlichte Debüt ausgezeichnet. Thomas Duarte lebt in Bern.

Thomas Duarte: Was der Fall ist
Lenos Verlag, Basel 2021
Lesung: Marek Harloff
Regie: Ulrich Lampen
Redaktion: Katrin Zipse
Produktion SWR 2021

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Sendung: hr2-kultur, "Lesung", 30.08.2021, 23:03 Uhr.