Abbas Khider

Schlaglichter aus einem Bagdader Kerker wechseln sich ab mit der Schilderung einer hoffnungsvollen Kindheit und Jugend im Irak. Abbas Khider erzählt einmal mehr von dem Land, in dem er geboren wurde und aus dem er floh. Ein großer Roman, fesselnd gelesen von Torsten Flassig.

Die Geschichte von Shams Hussein beginnt in den späten 1980er Jahren in einem Dorf im Süden des Irak. Der Junge erlebt ein relativ friedliches Dorfleben – bis zum Ausbruch des zweiten Golfkriegs. Aus Sicherheitsgründen siedelt die Familie nach Bagdad um. Sie sucht ihr Glück im so genannten „Blechviertel“, in dem sich Flüchtlinge und die Ärmsten der Stadt eine Zukunft aufbauen. Der Heranwachsende arbeitet zunächst als Lastenträger und Wasserverkäufer, später kann er sogar zur Schule gehen. Und er entdeckt seine Liebe zur Literatur und zur Sprache – in einer Zeit, in der ein falsches Wort tödlich sein kann. Den Hörern und Lesern erscheint Shams wachsende Zuversicht von Beginn an trügerisch: Aus kurzen eingeschobenen Passagen wissen wir, dass er sich Jahre später in den Kerkern der Stadt wiederfindet.

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Sendung

02.03.-03.04.20 (25 Folgen)
Montag-Freitag 9:30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung 15 Uhr in der "Klassikzeit".
Alle Folgen stehen für jeweils 7 Tage ab Ausstrahlung online zur Verfügung.

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Über die autobiografischen Anteile in seinen Romanen hat Abbas Khider oft gesprochen. Der Autor wurde selbst 1973 in Bagdad geboren. Als junger Mann wurde er wegen politischer Aktivitäten gegen das Regime von Saddam Hussein mehrfach verhaftet und auch gefoltert. Nach seiner Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als „illegaler Flüchtling“ in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland. Die deutsche Sprache lernte Abbas Khider unter anderem anhand der Gedichtbände von Hilde Domin, Rose Ausländer, Sarah Kirsch und Thomas Brasch, die er auf dem Flohmarkt fand. Er studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman „Der falsche Inder“, es folgten die Romane „Die Orangen des Präsidenten“ (2011), „Brief in die Auberginenrepublik“ (2013), „Ohrfeige“ (2016) und zuletzt das Buch „Deutsch für alle“ (2019). Seine oft humorvolle,  poetische und zugleich drastische Prosa brachte Abbas Khider bereits viele Auszeichnungen ein, zuletzt den Nelly-Sachs-Preis, den Hilde-Domin-Preis und den Adelbert-von-Chamisso-Preis.

Torsten Flassig spricht den Jungen aus dem Bagdader Slum mit großer Empathie. Der Schauspieler wurde 1987 in Berlin geboren, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und erhielt 2016 den Bochumer Theaterpreis in der Kategorie „Nachwuchs“. Seit 2017 spielt er im Ensemble des Schauspiels Frankfurt.

Die hr2-Produktion ist in Kooperation mit Hörbuch Hamburg entstanden, die Regie führte Burkhard Schmid.

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Abbas Khider: Palast der Miserablen

Roman:
Carl Hanser Verlag, 320 Seiten, 23 Euro (Erscheinungstermin: 17.2.2020)

Hörbuch:
Hörbuch Hamburg, 538 Minuten, 2 MP3-CDs, 23 Euro (Erscheinungstermin 28.2.2020)

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