Erich Kuby

Sexarbeit und Großindustrie - diese Klischees haften Frankfurt seit den 1950er Jahren an. Nicht zuletzt durch den Fall Rosemarie Nitribitt. Erich Kubys Buch sollte dieser Tage in aller Munde sein - bei der elften Ausgabe des Lesefestivals "Frankfurt liest ein Buch". Als kleinen Ersatz hören Sie Ausschnitte daraus exklusiv in hr2-kultur.

Das Buch beruht auf einer wahren Geschichte: Rosemarie Nitribitt war eine stadtbekannte Sexarbeiterin - mit elegantem Cabriolet und prominenter Kundschaft. Ihre Ermordung im Herbst 1957 wurde zum bundesweiten Skandal: Hatte sie zu viel gewusst? Kam ihr Mörder aus der Welt ihrer großindustriellen Kundschaft? Rosemarie Nitribitts Tod ist bis heute nicht geklärt, und die Pannen bei den Ermittlungen befeuerten die Gerüchte darüber, was ihr zum Verhängnis wurde.

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Sendung

20.-24. April (5 Folgen)
Montag-Freitag 9:30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung um 15 Uhr in der "Klassikzeit".

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Bereits ein Jahr nach ihrer Ermordung erschien 1958 Erich Kubys Buch. Kuby wusste damals nur wenig über die historischen Fakten und seine berühmte Frauenfigur. In den Details des Kriminalfalls ließ er seiner Phantasie freien Lauf. Dafür porträtierte er umso hellsichtiger die gesellschaftlichen Verhältnisse der bundesdeutschen 1950er Jahre: die Welt der Großindustriellen im Rausch des so genannten Wirtschaftswunders, die Welt der Prostitution, in der es ebenfalls ums Business geht. Nicht zuletzt zeigte er ein authentisches Bild des alltäglichen Sexismus der Nachkriegszeit.

Erich Kubys Buch "Rosemarie. Des deutschen Wunders liebstes Kind" ist jetzt im Schöffling Verlag neu zu entdecken, mit einem Essay von Jürgen Kaube. Für hr2-kultur hat Ellen Schulz Ausschnitte daraus gelesen.

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Tipp

Der Frankfurter Stadtführer Christian Setzepfandt ist am 27. April zu Gast im Doppelkopf und erzählt vom Leben Rosemarie Nitribitts im Frankfurt des Wiederaufbaus.

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