Den Autorinnen Maren Kames, Lea Schneider und Karosh Taha wurde der Horst-Bingel-Preis 2020 für ihr bisheriges Schaffen zuerkannt, jetzt wurde er am 4. Dezember in einer Feierstunde verliehen. Die Laudationes hielt die Preisträgerin 2018, Ulrike Almut Sandig.

Karosh Taha wurde 1987 im Irak geboren und lebt seit ihrem 10. Lebensjahr im Ruhrgebiet. Sie absolvierte ein Lehramtsstudium an der Universität Duisburg-Essen und in den USA. Ihre Romane "Beschreibung einer Krabbenwanderung" und "Im Bauch der Königin" zeichnen sich durch die kritische und zugleich hoch emphatische Beobachtung unserer Gesellschaft aus.

Maren Kames, geboren 1984 in Überlingen, studierte Kulturwissenschaften, Philosophie, Theaterwissenschaft und Literarisches Schreiben in Hildesheim. Ihr neuester Lyrikband "luna, luna" war 2020 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Sie erhält den Horst-Bingel Preis für ihre formal und inhaltlich bestechende Lyrik.

Lea Schneider, 1989 in Köln geboren, war 2005 zum ersten Mal in China. Sie studierte Komparatistik, Sinologie und Soziologie in Berlin, Shanghai, Taipei und Frankfurt/Oder. Sie ist Dichterin und Übersetzerin und veröffentlichte zuletzt "Made in China". Hier hat sie für sich die neue Form der "Gessays" geschaffen, in der sie ihr interkulturell geprägtes Wissen über China in poetischen Denkstrukturen vermittelt.

Die Juror*innen Ulrike Almut Sandig (Bingel-Preisträgerin 2018), Hans Sarkowicz (ehem. hr2-kultur), Björn Lauer (Gastjuror), Dr. Wolfgang Schopf (Literaturarchiv der Goethe-Universität Frankfurt) und Barbara Bingel (Horst Bingel-Stiftung für Literatur), wählten die drei Preisträgerinnen einstimmig. Der Preis ist benannt nach dem Frankfurter Lyriker Horst Bingel und wird alle zwei Jahre für verschiedene literarische Formate vergeben. Die Förderer, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Stadt Frankfurt, ermöglichten 2020 der Horst Bingel-Stiftung für Literatur e.V., den Preis neu zu gestalten. Es können bis zu drei Einzelpreise vergeben werden, die jeweils mit viertausend Euro dotiert sind.

In der Spätlese hören Sie Ausschnitte aus der Preisverleihung und der Lesungen der Preisträger*innen.

Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 14.12.2021, 22:00 Uhr.