In der neuen Folge seiner "Ortsumgehung" nimmt uns Andreas Maier mit auf Reisen. Mal ist er als siebenjähriges Kind mit den Eltern im Auto unterwegs zur verhassten Ferienwohnung in Brixen, mal trampt er als Sechzehnjähriger nach Südfrankreich und hört sich Nacktbusendiskurse am Strand an.

Im Piemont klappt ein Selbstmord ganz und gar nicht, und schließlich, als der Billigfliegertourismus massenhaft über uns hereinbricht, fährt er lieber nach Weimar und sieht dort zu seiner Überraschung die neuen Rechten über den Frauenplan marschieren.

Andreas Maier: Die Städte

Andreas Maier, geboren 1967, studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und ist Doktor der Philosophie im Bereich Germanistik. Er erhielt viele Literaturpreise, darunter den Aspekte-Literaturpreis und den Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis.
Seit 2011 schreibt er an seinem Projekt "Ortsumgehung". Der erste Band "Das Zimmer" spielte rund um das Friedberger Zentrum. Später seziert Maier seine Familiengeschichte und die deutsche Seelenlage. Vom "Zimmer" ging es zum "Haus", zur "Straße", zum "Ort" zum "Kreis" nach Frankfurt. "Die Familie", vor zwei Jahren herausgekommen, aber gleicht einem retardierenden Moment.

Wir senden einen gekürztem Mitschnitt der gemeinsamen Veranstaltung von Stadtkirche und Literaturhaus Darmstadt am 12. Oktober. Andreas Maier liest aus seinem Buch und spricht mit Ulrich Sonnenschein, Literaturredakteur bei hr2-Kultur.

Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 28.12.2021, 22:00 Uhr.