Die Jury war sich einig: So einen Roman als Debüt hat es lange nicht gegeben! Für „Streulicht“ erhält die Frankfurter Autorin Deniz Ohde den diesjährigen Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung. „Streulicht“ ist ein Bildungsroman, der unter seinem sanften Druck alles zum Vorschein bringt: blinde Flecken und tote Winkel – und ein Deutschland, das wir uns anders ausgemalt hatten.

Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Und während sie die alten Wege geht, erinnert sie sich. Wahrhaftig und einfühlsam erkundet Deniz Ohde in ihrem Debüt die feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft, spürt der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit nach, der Scham und der Angst, als Aufsteigerin auf ihren Platz zurückverwiesen zu werden.

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Deniz Ohde: Streulicht
Suhrkamp, August 2020
284 Seiten, 22 Euro

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Deniz Ohde wurde 1988 in Frankfurt am Main geboren. Sie studierte Germanistik in Leipzig, wo sie auch lebt. „Streulicht“ wurde von Kritik und Lesern begeistert aufgenommen. Der Roman stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2020, wurde mit dem „aspekte“-Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet, auf die SWR-Bestenliste gewählt und stand auf allen deutschen Bestseller-Listen.

Auch die Jürgen Ponto-Stiftung zur Förderung junger Künstler zeichnete Deniz Ohde mit ihrem mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis aus. Wir senden einen Mitschnitt der Preisverleihung am 29. Oktober aus dem Literaturhaus Frankfurt: Deniz Ohde liest. Zu hören ist außerdem ihre Lektorin im Suhrkamp-Verlag, Martina Wunderer.

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Tipp

Deniz Ohde ist am 10. Dezember bei uns zu Gast im hr2-Doppelkopf.

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Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 01.12.2020, 22:00 Uhr.

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