Gert Loschütz neuer Roman führt zu einem blinden Fleck in der Vergangenheit Deutschlands. Im Winter 1939 kommt es zum größten Zugunglück der deutschen Geschichte. Am Bahnhof Genthin prallen zwei D-Züge aufeinander und hinterlassen Tote und Verletzte. Trotz hunderter Opfer ist diese Katastrophe im kollektiven Gedächtnis so gut wie vergessen.

In einer akribischen Recherche rekonstruiert der Ich-Erzähler in Gert Loschütz neuem Roman die Umstände des Unglücks. Er stößt dabei auf zwei Fahrgäste, deren Schicksal er nachgeht und entdeckt dabei eine Geschichte, die mit dem Leben seiner Mutter für einen kurzen Moment verwoben sein könnte. Nur einer der vielen scheinbaren Zufälle, die diesen Roman vorantreiben.

Gerade wurde Gert Loschütz für seinen Roman „Besichtigung eines Unglücks“ (Verlag Schöffling & Co.) mit dem Wilhelm Raabe Preis ausgezeichnet.

Sie hören einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung „Frankfurter Premieren“, die am 10. September in der Evangelischen Akademie stattfand. Die Literaturwissenschaftlerin Sonja Vandenrath, Leiterin des Literaturreferats der Stadt Frankfurt, hat das Gespräch mit dem Autor moderiert.

Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 19.10.2021, 22:00 Uhr.