Mitgift kann auch giftig sein. Henning Ahrens erzählt in seinem neuen Roman von der Gewalt des Krieges, die sich in die Familienbiografie einer niedersächsischen Bauernfamilie tief eingeschrieben hat und weitervererbt wird. Der Großbauer Wilhelm Leeb, ein Nazi-Karrierist und Kriegsheimkehrer schikaniert und knechtet seinen ältesten Sohn bis es zur Katastrophe kommt.

"Mitgift" stand in diesem Herbst auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und ist bisher das persönlichste Werk des 56-Jährigen Henning Ahrens, der auf einem Bauernhof in Niedersachsen groß geworden ist, dann studiert und promoviert hat und heute Autor und Übersetzer ist. Ahrens bleibt auch hier dem Thema Provinz treu, erzählt aber von und aus der Geschichte der eigenen Familie: Die Handlung umfasst sechs Generationen, im Mittelpunkt steht die seines Großvaters, also die Generation, die die Nazizeit und den Krieg erlebt hat. Anna Engel hat den Autor auf der Buchmesse getroffen.

Henning Ahrens, 1964 in Niedersachsen geboren, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Frankfurt. Er übertrug unter anderem die Werke von Jonathan Safran Foer, Colson Whitehead, Meg Wolitzer und Richard Powers ins Deutsche. Für sein literarisches Werk erhielt er mehrere Auszeichnungen, zuletzt erschien 2015 »Glantz und Gloria. Ein Trip«, das mit dem Bremer Literaturpreis geehrt wurde.

Weitere Informationen

Henning Ahrens: Mitgift
Verlag Klett-Cotta
352 Seiten, 22 Euro

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Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 21.12.2021, 22:00 Uhr.