Ralph Krass – so heißt ein verschwenderisch großzügiger Geschäftsmann, der Menschen mit kannibalischem Appetit verbraucht. Bei den „Frankfurter Premieren“ hat Martin Mosebach seinen neuen Roman vorgestellt. Bernd Eilert moderierte.

„Krass“ ist ein atmosphärischer, bildstarker Roman, zugleich Liebesroman und Mephisto-Geschichte – und eines der überraschendsten Bücher, die Martin Mosebach je geschrieben hat. Die Erzählung schlägt den Bogen von Neapel über Frankreich bis nach Kairo. Ist Ralph Krass unendlich reich oder nur ein Hochstapler? Kalt berechnend, oder träumt er hemmungslos? Als in Neapel die junge Abenteurerin Lidewine in seinen Kreis tritt, bietet er ihr einen ungewöhnlichen Pakt an. Beobachtet wird das Ganze von Krass‘ neidischem Sekretär, dem Pechvogel Dr. Jüngel. Aber erst nachdem die Gesellschaft von Herrn Krass durch einen Eklat auseinandergeflogen ist, gelingt es Dr. Jüngel, die Mosaiksteine des Geschehenen zu einem Bild zu ordnen – während Menschen wie der stumme Kuhhirte Toussaint, der Schuster Desfosses und Madame Lemoine mit ihren Wellensittichen ihm eine Ahnung davon vermitteln, wie alles mit allem rätselhaft zusammenhängt.

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Martin Mosebach: Krass
Roman, Rowohlt Verlag 2021
528 Seiten, 25 Euro

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Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt am Main, veröffentlicht Romane, Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays, für den Hessischen Rundfunk hat er mehrere Hörspiele verfasst. Er wurde unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet. Er lebt in Frankfurt.

Die Reihe „Frankfurter Premieren“ ist eine Veranstaltung des Kulturamts Frankfurt in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt, gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“. Die Reihe stellt jüngst erschienene Romane von Frankfurter Autorinnen und Autoren oder Novitäten aus Frankfurter Verlagen vor. Sie findet derzeit als Livestream und digitales Format auf Youtube statt. Martin Mosebach war am 4. Februar zu Gast in der Evangelischen Akademie Frankfurt, Bernd Eilert modiererte.

Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 16.02.2021, 22:00 Uhr.

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