In ihrem neuen Buch erzählt Olga Grjasnowa von einem Kind, das zwischen zwei Kulturen und zwei Religionen steht – und von der verheerenden Wirkung eines Krieges, in dem es keine Sieger gibt. Der Roman führt uns fast 200 Jahre zurück in den Nordkaukasus und nach St. Petersburg.

Akhulgo, Nordkaukasus, 1839: Jamalludin wächst als Sohn eines mächtigen Imams auf. Seit Jahrzehnten tobt der Kaukasische Krieg, und Jamalludins Vater wird von der russischen Armee immer mehr bedrängt. Schließlich muss er seinen Sohn als Geisel geben, um die Verhandlungen mit dem Feind aufzunehmen. Jamalludin wird an den Hof des Zaren nach St. Petersburg gebracht. Bald schon ist der Junge hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach seiner Familie und den verlockenden Möglichkeiten, die sich ihm in der prächtigen Welt des Zaren bieten.

Olga Grjasnowa, geboren 1984 in Baku in Aserbaidschan, aufgewachsen im Kaukasus, siedelte im Alter von elf Jahren als Kontingentflüchtling nach Deutschland über, in Friedberg (Hessen) machte sie Abitur. Schon ihr Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ wurde viel beachtet. Seitdem erschienen unter anderem die Romane „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ und „Gott ist nicht schüchtern“. Olga Grjasnowa wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Anna Seghers-Preis und dem Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung.

Wir senden eine Aufzeichnung vom 14. Oktober: Olga Grjasnowa las im Rahmen des Frankfurter Literaturbahnhofs im Haus des Buches, eine Veranstaltung von Kultur & Bahn e.V. Bianca Schwarz (hr2-kultur) moderierte.

Weitere Informationen

Buchangaben

Olga Grjasnowa: Der verlorene Sohn,
Aufbau Verlag 2020
383 Seiten, 22,00 Euro

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 29.12.2020, 22:00 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit