Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Seltene Einblicke in Kubas vielseitige Kunst

Liebesgrüße aus Havanna

Kuba ist nach wie vor ein verschlossenes Land. Politische Nachrichten erreichen uns relativ selten, und dass Kunst aus Kuba in Deutschland gezeigt wird, ist eine absolute Ausnahme. Die Opelvillen in Rüsselsheim stellen in ihrer aktuellen Ausstellung 20 spannende Künstler aus Kuba vor.

Liebesgrüße aus Havanna

In Kuba selbst gibt es keine Kunstszene, wie wir sie aus Deutschland kennen: Es gibt keine Galerien und für die Künstler keine Möglichkeit, Kunst zu verkaufen. Auch ist die Kommunikation aus Kuba heraus sehr schwierig – so gibt es zum Beispiel kein privates Internet. Die Ausstellung bietet also einen ungewöhnlichen und seltenen Einblick in dieses abgeschirmte Land.

Kenner der kubanischen Kunst

Liebesgrüße aus Havanna

Beate Kemfert, der Leiterin der Opelvillen, hat dafür mit dem kubanischen Künstler und Kurator Tonel zusammen gearbeitet. Tonel, mit bürgerlichem Namen Antonio Eligio Fernandez, hat bereits 1990 für die Düsseldorfer Kunsthalle die erste Ausstellung mit kubanischer Kunst in Deutschland kuratiert. Er ist ein Kenner der kubanischen Szene und vermittelte eine Reihe der in Rüsselsheim gezeigten Künstler.

Von Freiheit, Vodoo und Dollar-Verehrung

Liebesgrüße aus Havanna

Eine Reihe von Arbeiten dreht sich um Geld, Finanzen und das Verhältnis zum Dollar. Es geht um die Verehrung und Glorifizierung des Geldes im Kapitalismus, auch im Kunsthandel, und auf der anderen Seite um die Misswirtschaft und Armut in Kuba selbst. Auch die Geschichte des Landes, seine sozialistische Identität und die ikonischen Bilder, die damit verbunden sind, spielen in der Ausstellung eine wichtige Rolle – so auch die Verbindung mit dem sozialistischen Bruderstaat DDR.

Liebesgrüße aus Havanna

Das private Kuba mit seiner Religion, die stark an das Voodoo angelehnt ist, und eine animistische Spiritualität werden thematisiert, ebenso wie Rassismus und die Hoffnungslosigkeit der Jungen Generation. Auch das Meer ist Thema: als Quelle von Glück und persönlicher Freiheit – man sieht Portraits älterer Menschen, die im Meer baden – oder als Grenze, die man nicht überschreiten kann und die das Land isoliert. Und immer wieder Stillstand, Warten und der Mangel als Seinszustand.

Ein Berg aus Glückskeksen

Die Ausstellung wird ergänzt durch eine ikonische Einzelarbeit des kubanisch-amerikanischen Künstlers Felix Gonzales-Torres. Es ist ein Versuch, die Isolierung der Corona-Zeit zu durchbrechen. Die Verwalterin des Nachlasses des Künstlers Gonzales-Torres, Andrea Rosen aus New York, hat aus ihrer Quarantäne heraus 1000 Menschen auf der ganzen Welt eingeladen, diese Installation zu präsentieren. Und damit eine Form der Verbundenheit rund um den Globus zu setzen.

Beim "Fortune Cookie Corner" handelt es sich um einen auf dem Boden aufgeschütteten Berg von Glückskeksen, die in Goldfolie verpackt sind. Jeder Besucher kann sich einen Glückskeks mitnehmen, ihn aufbrechen und sich an einer Glück verheißenden Botschaft erfreuen. Der Berg, der zu Beginn der Präsentation in etwa das Gewicht eines ausgewachsenen Mannes hat – ca. 80 kg – wird dabei immer kleiner und kleiner und verschwindet irgendwann.

Weitere Informationen

Die Opelvillen zur Corona-Zeit

Die Ausstellung "Liebesgrüße aus Havanna" ist im Juni an Samstagen von 14 bis 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Besucherzahl ist auf 20 Personen begrenzt und ein eigener Mund-Nasen-Schutz ist mitzubringen. Es gibt jeweils um 15 Uhr eine Führung, für die man sich im Voraus anmelden muss.

Weitere Informationen zum Museumsbesuch

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück 29.05.2020, 7:30 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit