Vor 125 Jahren ist Friedrich Hollaender geboren - einer der Großen des Kabaretts in der Weimarer Republik. Dass von ihm die Musik für - unter anderem - "Der Blaue Engel" stammt, ist heute fast vergessen: die Nationalsozialisten machten seiner Karriere in Deutschland ein Ende. Jo van Nelsen erinnert an den jüdischen Komponisten.

Friedrich Hollaender ist heute den meisten Menschen nur noch als Komponist von Filmschlagern wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und zahlreichen Chansons des Kabaretts der Zwanziger Jahre bekannt. Dass er dabei meist Text und Komposition beisteuerte, wie das nur ein Noel Coward in Großbritannien und Cole Porter in Amerika kongenial bewerkstelligten, ist fast vergessen. Wie auch seine spannende Biografie, in der er sich in immer wieder neuen Berufen probierte: Als Regisseur, Theaterleiter, Schauspieler und als ungemein begabter Romanautor.

Der Kabarettist und Chansonnier Jo van Nelsen erinnert an „Friedrich, den großen Kleinen“, wie Charles Chaplin den nur 1 Meter 50 großen Komponisten einmal nannte, in seiner neuen Grammophon-Lesung. Wie immer greift er dabei auf den reichen Schatz seiner Schellackplattensammlung zurück, um an das vor 125 Jahren in London geborene und vor 45 Jahren in München verstorbenen Multitalent zu erinnern.

Sendung: hr2-kultur, "Literaturland Hessen", 22.08.2021, 12:04 Uhr