Die eigene Muttersprache zu erlernen, ist nicht selbstverständlich. Sich darüber hinaus mit Menschen anderer Muttersprachen auszutauschen, ist eine Herausforderung - und eine Notwendigkeit, die im Laufe der Menschheitsgeschichte stets gewachsen ist.

Welterkundung, Industrialisierung, Elektrizität, Mobilität: Die Welt rückt näher zusammen und immer mehr Sprachregionen begegnen sich. Ende des 19. Jahrhunderts werden auch noch sogenannte Plansprachen dazu erfunden. Warum das?

Dahinter steckt die Idee, die Babylonische Sprachverwirrung mit einer weiteren, einer erfundenen Sprache zu überwinden, die Sprachenvielfalt zu erhalten und sich doch weltweit verständigen zu können, ganz wie im Pfingstwunder.

Wir nehmen Sie in dieser Sendung mit in die Welt der Plansprachen. Wie lebt es sich als Muttersprachler*in darin? Welche Vorteile bieten Plansprachen gegenüber natürlichen? Welche Arten gibt es? Und was macht ihren besonderen Reiz aus?

Vom poetischen Potential der ersten Plansprache mit einer millionenstarken Sprecher*innen-Gemeinschaft erzählt ein Ausschnitt aus Clemens Setz‘ Roman "Die Bienen und das Unsichtbare". Lernen Sie darin den hessischen Volapük-Dichter und -Weltvorsitzenden Johann Schmidt (1895-1977) aus Weißkirchen am Taunus kennen.

Eine Sendung von Heike Oehlschlägel

Sendung: hr2-kultur, "Literaturland Hessen", 24.05.2021, 14:04 Uhr