Die Schriftstellerin Annette Pehnt wurde für ihren Roman "Alles was sie sehen ist neu" auf Burg Schwarzenstein in Geisenheim-Johannisberg mit dem Rheingau Literatur Preis 2020 ausgezeichnet. In ihrem Roman erzählt die Autorin von der Reise einer Gruppe deutscher Kulturbürger in ein fernöstliches Land namens Kirthan.

Die Schriftstellerin Annette Pehnt wurde für ihren Roman "Alles was sie sehen ist neu" auf Burg Schwarzenstein in Geisenheim-Johannisberg mit dem Rheingau Literatur Preis 2020 ausgezeichnet. In ihrem Roman erzählt die Autorin von der Reise einer Gruppe deutscher Kulturbürger in ein fernöstliches Land namens Kirthan. Sie kommen mit festen Erwartungen, doch sie finden einen Staat in tiefer Ambivalenz zwischen Tradition und Vormarsch in die Moderne. Alle westlichen Wahr- und Weisheiten kommen dort an ein Ende, und bald droht auch dem Reiseprogramm der Abbruch.

Die durch das Rheingau Literatur Festival initiierte Ehrung wurde in diesem Jahr zum siebenundzwanzigsten Mal vergeben. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen besten Rheingau Rieslings dotiert.

Die Laudatio auf Annette Pehnt hielt Andreas Platthaus, Leiter das Ressorts „Literatur und literarisches Leben“ der F.A.Z. und Mitglied der Jury des Rheingau Literatur Preises. Zu Beginn begrüßt Sie der künstlerische Leiter des Rheingau Literatur Festivals, Heiner Boehncke.

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Aus der Laudatio von Andreas Platthaus:

„(...) Ein einfühlsamer Blick in die Strukturen einer Diktatur. Sie trägt den Namen ‚Kirthan‘, doch dahinter ist unschwer China zu entdecken. Dort findet eine Begegnung von Orient und Okzident, bei der ein einheimischer Reiseleiter eine deutsche Besuchergruppe führt. Aus der Kraft seiner Geschichten soll das Bild des modernen Kirthan erstehen, doch er kennt auch die andere Seite des Landes. Die große Erzählerin Annette Pehnt hat das gleiche Ideal wie ihre Hauptfigur: Gegenwärtigkeit, zeitlich verstanden und geistig. Dazu braucht es Neugier: ‚Den Blick, der alles festhalten will, habe ich mir nie abgewöhnt‘, hat Annette Pehnt festgestellt. Neugier aber umfasst auch den Prozess des Schreibens selbst, und so können wir den Titel ‚Alles was Sie sehen ist neu‘ programmatisch lesen: Keines der vielen Bücher dieser Schriftstellerin gleicht diesem.“

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Annette Pehnt, geboren 1967 in Köln, ist freie Schriftstellerin seit 2001. Seitdem hat sie zahlreiche Romane publiziert, darunter "Haus der Schildkröten", "Mobbing", "Chronik der Nähe" und "Briefe an Charley", sowie Kinderbücher wie "Der Barbeiß". Sie lebt mit ihrer Familie in Freiburg und leitet das Studio für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft an der Universität Hildesheim.

Wir senden einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung am 27. Oktober.

Sendung: hr2-kultur, "Literaturland Hessen", 1.11.2020, 12:04 Uhr
Wiederholung am 7.11.2020, 12:04 Uhr.

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