Welche Möglichkeiten bietet die Kunst, das starre Korsett von Politik und Kultur zu durchbrechen? Und wie kommen wir weg von einer klassischen Vorstellung von deutscher "Leitkultur"? Das sind Fragen, auf die das diesjährige Textland-Literaturfestival eine Antwort sucht.

Im 30. Jahr der Wiedervereinigung, im 20. Jahr des Debattierens einer "deutschen Leitkultur" und im 10. Jahr seit Erscheinen von Sarrazins Kampfschrift eines neovölkischen Denkens geht es darum, die deutsche Gesellschaft so zu denken, wie sie heute schon ist: als eine Gesellschaft radikaler Vielfalt. Der Dichter und Publizist Max Czollek nimmt in seinen Büchern "Desintegriert euch!" und "Gegenwartsbewältigung" die Kunst als Ort ernst, an dem diese neue Realität gedacht und umgesetzt wird.

Textland - Diskussion Wehrhafte Kunst

In einer Podiumsdiskussion auf dem Textland-Festival kommen Perspektiven aus unterschiedlichen künstlerischen Feldern zusammen. Im Zentrum stehen die Fragen: Ist Literatur und Theater Realisierung der Möglichkeit des Neuen, Ausdruck einer Gesellschaft der radikalen Vielfalt? Oder ist sie ein Symptom der Trägheit politischer und kultureller Konzepte und hat sie damit Anteil am Verfehlen der Gegenwart? Darüber sprechen die Schriftsteller*innen Nuran David Calis, Daniela Seel und Senthuran Varatharajah, es moderieren Katja Herlemann und Max Czollek.

Veranstalter des Textland-Literaturfestivals ist die Faust-Kultur-Stiftung in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, studioNAXOS und dem Historischen Museum Frankfurt. Sie hören einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung am 24. Oktober im Schauspiel Frankfurt.

Sendung: hr2-kultur, "Literaturland Hessen", 22.11.2020, 12:04 Uhr.
Wiederholung am 28.11.2020, 18:04 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit