Nobelpreismedaillen

Olga Tokarczuk ist eine polnische Psychologin und Schriftstellerin. Sie sieht sich selbst in der geistigen Tradition von Carl Gustav Jung, dessen Theorien sie auch als eine Inspiration für ihre literarischen Arbeiten anführt. Der Österreicher Peter Handke befasst sich seit Jahrzehnten vor allem mit der Entfremdung zwischen Subjekt und Umwelt. Die Preisvergabe war im vergangenen Jahr wegen eines Skandals bei der Akademie ausgefallen.

Olga Tokarczuk

Die Polin Olga Tokarczuk, Jahrgang 1962, gilt als eine der interessantesten Autorinnen ihres Landes. Ihr Debüt "Prodroz ludzi ksiegi" (Die Reise der Buchmenschen) erschien 1993 und wurde seinerzeit als bestes Prosadebüt ausgezeichnet. 1995 erschien der Roman "E.E.". Für ihren dritten Roman "Ur und andere Zeiten" ("Prawiek i inne czasy", Berlin Verlag) erhielt Olga Tokarczuk den Nike Preis. 2009 schrieb sie mit "Unrast" (Schöffling) eine Mischung aus Reiseerzählung und mythologischer Geschichte. 2011 erschien (ebenfalls bei Schöffling) "Der Gesang der Fledermäuse", darin entwickelt Tokarczuk kuriose Theorien über die an Tieren begangenen Verbrechen. Mit "Księgi Jakubowe" schrieb sie 2014 einen historischen Roman über Jakob Joseph Frank, eine der einflussreichsten Figuren in der Geschichte des Judentums, er kam als "Die Jakobsbücher" erst 2019 im Züricher Kampa Verlag heraus.

Peter Handke

Der Österreicher Peter Handke wurde 1942 in Kärnten geboren und ist einer der bekanntesten zeitgenössischen deutschsprachigen Autoren. Frühwerke wie sein Theaterstück "Publikumsbeschimpfung" (1966 uraufgeführt in Frankfurt am TAT) und "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" (1970) machten ihn schlagartig bekannt. Ende der 1970er Jahre wendete sich Handke ab der Erzählung "Langsame Heimkehr" einer stilisierten, metaphernreichen Ausdrucksweise zu und dokumentierte seinen Selbstfindungsprozess. Während der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren musste er seine proserbische Position gegenüber der Mehrheitsmeinung verteidigen. Seit dem Roman "Mein Jahr in der Niemandsbucht" (1994) greift Handke erneut autobiographische Themen auf, unter anderem seine eigene Existenz als Schriftsteller. In seinen Schriften ab "Der Bildverlust" oder "Durch die Sierra de Gredos" (2002) kritisierte er die Bildüberflutung durch die Medien. Zuletzt kam "Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere" bei Suhrkamp heraus (2017), er selbst hat diesen Roman als "Letztes Opus" bezeichnet.

Das doppelte Preischen - ein Drama nach Halbfred Nobel - Der Tag

Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 10.10.2019, 13:30 Uhr, Kulturcafé, 17:10 Uhr

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