Organisierter Klang ist menschliche Kommunikation. Musik ist humane Botschaft. "Als Künstler", sagte der Italiener Bruno Maderna, der u.a. maßgeblich die Darmstädter Ferienkurse prägte und seine letzten Lebensjahre auch in Darmstadt wohnte, "sollte man versuchen, so lebendig und natürlich zu sein, dass man die verschiedenen Momente unseres psychosomatischen Daseins ausdrücken kann."

von Leonie Reineke

Bruno Maderna war ein kreativer Geist der musikalischen Nachkriegsavantgarde des 20. Jahrhunderts. Und doch war er kein eiserner Avantgardist, dem es um Fortschritt um jeden Preis ging. Gestaltungsmittel wie die Melodie galten ihm nie als verdächtig, sondern - im Gegenteil - als Weg, durch Klänge Unmittelbarkeit herzustellen. Eine solche Unmittelbarkeit erwirkte Maderna als Schöpfer von Musik und als Dirigent. Orchestermusiker schätzten ihn für seine aufgeschlossene, einladende Art. Partituren - vor allem aus dem 20. Jahrhundert - wusste er mit analytischem Scharfsinn zu erfassen und als lebendige Klangorganismen auf die Bühne zu bringen. Auch für seine Fähigkeiten als Pädagoge, der unkonventionelle aber fruchtbare Lehrmethoden verfolgte, wurde Maderna bewundert.

Sendung: hr2-kultur, "Neue Musik", 16.07.2020, 21:30 Uhr

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