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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Die Strahlkraft des Museums ist überregional und international!"

 Dr. Andreas Henning wird neuer Direktor des Museums Wiesbaden

Der gebürtige Berliner ist Kurator für italienische Malerei an der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und tritt sein Amt in Hessen zum 1. März an. Er folgt Alexander Klar, der neun Jahre lang das Museum Wiesbaden geleitet hatte.

Museum Wiesbaden

In Dresden, an der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen, hat Andreas Henning rund 15 Jahre lang gewirkt. Steht er damit nicht vor einem Wechsel in die kulturelle Provinz? Natürlich kann der promovierte Kunst-Historiker als künftiger Direktor in Wiesbaden da nicht mit "Ja" antworten, sondern lobt die auch internationale Strahlkraft der ständigen Sammlung, die aber seines Erachtens auch ständig zu sehen sein müsste.

Der Garten der Avantgarde - Museum Wiesbaden

Vom 1. März an will der 50-Jährige diese Strahlkraft noch ausbauen. Dann tritt Henning die Nachfolge von Alexander Klar an, der sich in Wiesbaden einen guten Namen gemacht und die Besucherzahlen mit zuletzt rund 145.000 ordentlich nach oben geschraubt hat. Andreas Henning sieht sich vor großen Fußstapfen, wie er sagt. Aber Hessens grüne Kulturministerin Angela Dorn weiss, warum die Auswahlkommission aus 26 Bewerbungen ihn ausgewählt habe: Henning habe am besten gezeigt, dass er viele spannende Ideen für die Weiterentwicklung des Museums habe. Er, so Dorn, wisse, wie sich ein neues Publikum für das Museum begeistern ließe.

Bei seinem ersten Auftritt vor der Presse wollte der künftige Chef noch nicht im Detail beschreiben, welche Ideen er für die Weiterentwicklung des Landesmuseums in Wiesbaden im Köcher hat. Das wolle er auch zunächst mit dem Team besprechen, das erst am Vorstellungstag von seiner Ernennung erfuhr. Aber er will den Kreis der Interessenten vergrößern, die Vernetzung mit der Stadt intensivieren, lobt auch, dass in Wiesbaden Kunst und Naturhistorie an einem Ort verzahnt sind, will da ansetzen.

Zitat
„Ich sehe das Museum generell als analogen Schutzraum: Wir brauchen in der Zeit virtueller Realitäten und der Dauer-Empörung Orte, wo wir zu einer Ich-Aktivität kommen, wo sich jeder mit der Welt auseinandersetzt und merkt, dass er in dieser Vielfalt zu Positionierungen findet. Das hat heilende Kräfte und ist eine Aufgabe von Museen.“ Zitat von Andreas Henning
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Sixtinische Madonna von Raffael

Andreas Henning hat zu Raffaels Farbgebung und Wirkungsästhetik promoviert, währenddessen auch zeitweise in Rom gearbeitet. Seit 2004 ist er Kurator für Italienische Malerei an der Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister. Allerdings umfasst seine Vita auch Ausstellungen zeitgenössischer Künstler. Er gibt zu erkennen, dass Wiesbaden ihn auch interessiert, weil die zeitgenössische Kunst hier einen herausragenden Platz habe. In Dresden habe ihm bisweilen die Anknüpfung an die Gegenwart gefehlt.

Es ist zum Teil auch eine Rückkehr zu den Anfängen. Stark geprägt habe ihn 1991, noch als Studenten, eine Jawlensky-Ausstellung – natürlich in Wiesbaden, wo sich ihm der ganze Kosmos des Künstlers eröffnet habe. Einschließlich der Entschleunigung: "Der Begriff Entschleunigung ist Kernbegriff für meine Museumsarbeit: den Besucher aus seiner Hektik abzuholen und in die Sinneswahrnehmung reinzuführen".

Henning und auch Ministerin Dorn lassen offen, wie groß der finanzielle Spielraum für Neuerwerbungen ist. Dorn aber verweist auf den schwarz-grünen Koalitionsvertrag, in dem festgeschrieben wurde, dass das Wiesbadener Museum einen Anbau für Sonderausstellungen bekommen soll. Zeitpunkt offen.

Sendung: hr2-kultur, 16.12.2019, hr2-Kulturcafé, 17:45 Uhr

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